Spinster Girls: Was ist schon normal? (Holly Bourne; 2018 – dtv)

Normal sein, das ist alles, was Evie sich wünscht. Doch sie ist nicht normal. Denn jeden Tag aufs Neue kämpft sie gegen ihre Zwangsstörung an.

Für Evie muss immer alles sauber sein. Sie hat panische Angst vor Bakterien. Als sie jünger war, gab es sogar eine Phase, in der sie eine Essstörung entwickelte, da sie das Gefühl hatte, das Essen sei nicht sauber. Zum Glück geht es ihr inzwischen besser und die Medikamente, die ihr geholfen haben, werden Stück für Stück abgesetzt. Doch trotzdem ist es für sie ein großer Schritt, als sie sich schließlich auf ihr erstes Date einlässt. Leider kreuzt ihr Begleiter schon betrunken auf und schleppt sie dann auch noch mit auf eine Party. Der ganze Abend ist für Evie ein Desaster, doch dann trifft sie auf Lottie und Amber. Die Drei verstehen sich auf Anhieb gut und gründen kurze Zeit später einen Club: die Spinster Girls. Bei ihren vielen Gesprächen geht es natürlich um Jungs, aber viel mehr um Feminismus und die Ungerechtigkeiten Frauen gegenüber.

Mit ihren neuen Freundinnen fühlt Evie sich gut und unbeschwert, doch sie schafft es nicht, mit den beiden über ihre Krankheit zu sprechen. Neben ihrer Zwangsstörung ist es ihre größte Angst, nicht dazu zu gehören, der Freak zu sein. Niemand soll von ihrer Krankheit erfahren, auch nicht Lottie und Amber. Obwohl sie weiß, dass es besser wäre, den beiden gegenüber ehrlich zu sein, traut sie sich nicht, darüber zu sprechen, aus Angst vor deren Reaktion. 

Evie möchte für die beiden einfach so normal bleiben, wie diese sie kennengelernt haben.  Doch stellt sie sich immer häufiger die Frage: Was genau ist denn „normal“?

Holly Bourne spricht mit ihrer Spinster Girls – Trilogie zwei sehr wichtige Themen an. Vor allem über Zwangsstörungen habe ich mir vorher keine Gedanken gemacht und wusste kaum etwas darüber. Dadurch, dass das Buch aus Evies Perspektive geschrieben ist, werden ihre Gedanken und Ängste sehr eindrücklich und nachvollziehbar dargestellt. Zudem hat Holly Bourne einen tollen Schreibstil, der einen zum Weiterlesen anregt.

Über das zweite Thema, Frauenrechte, habe ich zwar schon häufiger nachgedacht, es aber nicht als aktuelles Problem betrachtet, weil ich davon ausging, dass die Gleichberechtigung hier in Deutschland ja ziemlich fortgeschritten ist. Doch in ihrem Club reden die Drei auch viel über permanente Probleme, die mir bisher gar nicht so bewusst geworden sind. Vor allem im zweiten Teil, der aus Lotties Perspektive geschrieben ist, geht es um die Ungerechtigkeiten im ganz normalen Alltag. 

Die Buchreihe fordert heraus und bringt einem wichtige Themen nah, ohne belehrend zu sein. Gleichzeitig sind die Bücher auch einfach spannend und toll zu lesen!

Majlis

Konntet ihr euch auch so gut in Evie hineinversetzten? Welche der Drei fandet ihr am sympathischsten? Schreibt es in die Kommentare! : )

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