Man vergisst nicht, wie man schwimmt (Christian Huber; 2022 – dtv)

Man vergisst nicht, wie man schwimmt (Christian Huber; 2022 – dtv)

„Sei einmal cool, Krüger!“ – Victor

Cool sein – das ist etwas, das Krüger sich schon lange wünscht. Doch eigentlich genau so lange hat er akzeptiert, dass er niemals cool sein wird. Krüger heißt eigentlich Pascal und er kann es kaum erwarten, dass der Sommer vorbei ist. Denn seitdem er nicht mehr schwimmen gehen kann, hasst er nichts mehr als den Sommer und die Hitze. Zum Glück ist es der 31. August 1999 und somit für Krüger der letzte Tag des Sommers.

Eigentlich hatte er den Tag im Bett verbringen wollen, doch dann steht sein bester Freund Victor vor der Tür, und die beiden beschließen, den Tag gemeinsam in ihrer verschlafenen Heimatstadt Bodenstein zu verbringen. In einem Elektro-Geschäft, in dem sie ein neues Videospiel ausprobieren, treffen sie auf ein Mädchen, das nicht nur ein neues Nokia-Handy, sondern auch Krügers Rucksack stiehlt. Natürlich müssen sie das Mädchen finden. Krüger, weil in dem Rucksack sein Notizbuch liegt, und Victor, weil er das Nokia mitgehen lassen möchte. Auf der Suche nach ihr treffen die beiden schließlich auf eine Spur, die sie zu einem Wanderzirkus etwas außerhalb der Stadt führt. Dort finden sie schließlich das Mädchen, das sich ihnen als Jacky vorstellt. Jacky scheint eigentlich ganz okay zu sein. Zumindest beeindruckt sie die beiden Jungs sehr mit ihren Messerwurf-Künsten. 

Spontan schmieden die drei einen Plan, um am Abend auf eine Party bei den beliebtesten Mädchen der Stadt zu gelangen. Dabei überschreiten sie auch einige Male die feine Grenze zwischen Mut und Leichtsinn …

Krüger lernt an diesem Tag viele neue Dinge. Zum Beispiel, dass es okay ist, nicht „cool“ zu sein, wie wichtig wahre Freundschaften sind oder dass es nichts Schlimmes ist, sich zu verlieben. Und auch, dass man nicht vergisst, wie man schwimmt.

Der Roman hat mich sehr fasziniert. Die gesamte Geschichte spielt an diesem einen Tag, dem 31. August 1999. Auch wenn das über zwanzig Jahre her ist, sind die jugendlichen Charaktere authentisch. Die vielseitigen Erlebnisse der Drei werden sehr detailliert und durchdacht aus Krügers Perspektive beschrieben. Christian Huber schafft es, einen kompletten Coming-of-age-Roman, der viele Themen, wie Freundschaft, den eigenen Körper, Liebe, aber auch Tod beinhaltet, an einem einzigen Tag spielen zu lassen, ohne dass es langweilig wird. Der Schreibstil sorgt dafür, dass man aus der Geschichte am liebsten gar nicht mehr auftauchen möchte. Der Roman zieht einen aber nicht nur durch seine tolle Erzählweise in den Bann, sondern auch durch Krügers viele Geheimnisse, z.B. warum er nicht mehr schwimmen kann, warum er Krüger genannt wird oder auch warum er sich nicht verlieben darf. Die Antworten darauf werden Stück für Stück immer wieder angedeutet und lassen einen eigene Theorien aufstellen. Krügers Geschichte ist sehr eindrucksvoll und beschäftigt einen auch noch nach dem Beenden des Buches. Der Roman macht gleichzeitig Lust auf Sommer und auf Abenteuer.

Majlis

Kennt ihr das Gefühl, dass manche Tage sich wie eine ganze Woche anfühlen?

Helles Land – Die Erwählte des heiligen Baumes (Mary E. Garner; 2021 – Lübbe)

Helles Land – Die Erwählte des heiligen Baumes (Mary E. Garner; 2021 – Lübbe)

„In goldenem Licht, das auf dem moos- und grasbewachsenen Boden mit grünen Schatten spielte, wuchsen Pflanzen aller Größen und Farben. […] Unsere Welt Helles Land vor etwa tausend Jahren. […] Die Einzigartigkeit einiger erstaunlicher Bäume wurde unseren Vorfahren jedoch erst bewusst, als unsere beiden Sonnen begannen, nicht mehr hinter-, sondern nebeneinander über unserer Welt zu erscheinen. […] Für die Menschen damals bedeutete die zentrierte Kraft der Sonnen die Gefährdung aller Lebensräume. Lichteichen hielten als einzige Wesen unserer Welt dieser neuen Herausforderung stand.“

Das „Helle Land“ ist seitdem ein anderes geworden. Die Menschen wurden gierig und schlugen die Lichteichen, um daraus sichere Häuser zu bauen. Ohne darauf zu achten, dass Lichteichen zwar sehr schnell wachsen, aber nur alle 300 Jahre genau 12 Samen ausbilden. So wurde das „Helle Land“ in drei Teile geteilt. Zunächst gibt es eine Stadt, die „Die Türme“ genannt wird und von einem Dach aus Lichteichenholz überspannt wird, in der eine altertümliche Hierarchie herrscht, die die Gesellschaft in Arm und Reich spaltet. Dann eine riesige Wüste, in der vereinzelt Savannah Dweller leben, und schließlich das „Refugium“. Das „Refugium“ ist ein grüner Fleck im Herzen der Wüste, der durch die einzige verbleibende Lichteiche geschützt und genährt wird. 

Im Refugium haben sich die Menschen in verschiedenen Dörfern organisiert. In einem dieser Dörfer lebt Clay, die Erwählte des heiligen Baumes. Die Bewohner des Refugiums verehren den Baum. Doch allein die Erwählte des heiligen Baumes und ihre Schülerinnen und Schüler kennen den Standort der Lichteiche. Als eine zwölfköpfige Delegation der „Türme“ bei ihrem jährlichen Besuch per Shunterreise, einer Art beamen, im Refugium auftaucht, läuft zunächst alles nach Plan. Doch schon am zweiten Tag verschwinden nicht nur Clays Lebensgefährte und einer der Delegierten, sondern es wird auch Clays Schülerin Camille niedergeschlagen. Es scheint sich um Entführungen zu handeln. Doch zu welchem Zweck? Mit den wenigen Spuren, die sie haben, machen sich Camille und Clay auf den Weg, um die Entführten zu finden. Suchen sie wirklich an der richtigen Stelle?

Mal wieder hat mich ein Roman von Mary E. Garner gefesselt. Den Anfang fand ich sehr verzaubernd. Zwischendrin zog es sich ein kleines bisschen, aber spätestens ab der Hälfte konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Besonders gut gefallen hat mir, dass man als Leser genauso wenig hinter die Pläne und Intrigen kommt, die Clay und Camille aufzudecken versuchen, wie die Protagonistinnen selbst. Man hat zwar viele Theorien, aber die werden immer wieder widerlegt. Auch das Ende fand ich großartig geschrieben, weil es einen ziemlichen Plot Twist gibt. Trotz der erfundenen Welt, geht es in diesem Roman auch um aktuelle Themen wie Naturschutz und gesellschaftliche Unterschiede. Ich kann den Roman nur empfehlen, vor allem wenn man Fantasy Romane und Natur mag.

Majlis

Würdet ihr gerne mal das Leben im Refugium ausprobieren? Wo würdet ihr euch am wohlsten fühlen: in den Türmen, bei den Savannah Dwellern oder im Refugium?

Ich kann dich fühlen (Tess Tjagvad, Saga-Egmond-Verlag, 2022)

Ich kann dich fühlen (Tess Tjagvad, Saga-Egmond-Verlag, 2022)

„Was wäre, wenn. Es sind nur drei kleine Wörter, die keiner Fliege etwas zuleide tun, solange sie für sich allein stehen. Packt man sie jedoch zusammen, hat man womöglich das perfekte Chaos geschaffen.“ (aus „Ich kann dich fühlen“)

Mit dem Beginn ihres Studiums an der Fort Lake University möchte Kat einen Strich unter ihr bisheriges Leben setzten, ihre Vergangenheit hinter sich lassen und einfach unauffällig ihre Prüfungen möglichst gut absolvieren. Doch ein attraktiver Student, der gleichzeitig der Frauenheld schlechthin der Universität ist, aus einer der berüchtigten Studentenverbindungen macht ihr dieses Vorhaben zunehmend schwerer, da er mit allen Mitteln versucht, sie aus ihrer Komfortzone zu locken. Kat passt das gar nicht, doch auch sie muss sich eingestehen, dass sie ihn nicht einfach so abblitzen lassen kann. Doch kann sie überhaupt wieder Vertrauen fassen in einen Menschen, den sie kaum kennt – und dann auch noch ausgerechnet in Carter?

Puh, der Roman geht unter die Haut. Und das gleich aus mehreren Gründen: Zum einen haben sowohl Kat als auch Carter mit einer schweren Vergangenheit zu kämpfen, die sie irgendwie versuchen, gedanklich zu umgehen; und zum anderen ist es dem Leser dadurch, dass es Tess Tjagvad unheimlich gut gelungen ist, vor allem Kats Gefühle zu beschreiben, möglich, alle ihre Gefühle nachzuempfinden. Vic (Kats Mitbewohnerin) fragt Kat an einer Stelle: „Hattest du Herzklopfen? Gänsehaut? Das Gefühl, als wären in deinem Magen plötzlich Tausende Raketen gezündet worden?“ und ich hätte ihr am liebsten geantwortet: „Ja, hab‘ ich Vic! Schon lange und es will auch nicht mehr aufhören!“ Ich habe selten bei einem Roman so sehr mitfühlen können, wie bei diesem und ich wollte ständig so gerne in die Geschichte reinspringen und Kat unter die Arme greifen, damit sie sich endlich öffnen kann …!

Sprachlich ist der Roman leicht zu lesen und absolut keine Herausforderung, es ist super mal für zwischendurch. Allerdings sollte man nichts anderes vorhaben, denn es ist unmöglich, dieses Buch zwischendurch aus der Hand zu legen! 😉

Ich habe die Autorin bei einem digitalen Verlags-Event selbst ein bisschen kennenlernen dürfen und muss sagen, dass ich sie super sympathisch fand und auch deshalb so große Lust hatte, diesen Roman zu lesen! Nur hadere ich aktuell ein ganz kleines bisschen mit meiner Sympathie, da „Ich kann dich fühlen“ den übelsten Cliffhanger hat, mit dem ich jemals konfrontiert wurde … – aber es gibt ja einen zweiten Teil, der im Mai erscheinen wird. Also doch nicht so schlimm, die Geduld wird nur etwas auf die Probe gestellt. 😉

Insgesamt kann ich nur sagen, dass der Roman echt zu 100% lesenswert ist und sich ideal für eine kleine Auszeit vom Alltag eignet. Wer also Lust auf eine leichte Lektüre, ein bisschen Studienalltag und eine Geschichte rund um Freundschaft und Vertrauen hat – greift zu, ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen! Und mein Highlight, das euch endgültig überzeugen sollte: Es gibt eine Playlist zu dem Buch, sie steht hinten drin! Also lasst euch beim Lesen so richtig schön in die Stimmung der Geschichte tragen! 🙂

Lena

Wer hat beim Lesen noch die ganze Zeit mitgefiebert, wann Kat es endlich schafft, ihr Geheimnis zu erzählen? Und habt ihr auch so sehr mit ihr gelitten wie ich?

Das Buch der gelöschten Wörter (Mary E. Garner; 2020 – Lübbe)

Das Buch der gelöschten Wörter (Mary E. Garner; 2020 – Lübbe)

Der erste Federstrich – Zwischen den Seiten – Die letzten Zeilen

Hope Turner liebt es in Buchwelten einzutauchen. Doch als sie auf Rufus Walker trifft, verändert sich nicht nur die Bedeutung dieses Satzes, sondern auch ihr ganzes Leben.

„Mrs. Gateway‘s Fine Books“ – so heißt der kleine Buchladen, in den Hope sich, eigentlich auf dem Weg zu ihrer Mutter im Pflegeheim, aufgrund eines plötzlichen Regenschauers flüchtet. Vor zwei Jahren, als sie nach London gezogen ist, war sie schon einmal hier. Doch da in dem Laden eine merkwürdige Atmosphäre und ein unglaublicher Gestank herrschten, hatte sie ihn seitdem nicht mehr betreten. Nun bleibt ihr, trotz desselben komischen Gefühls wie damals, nichts anderes übrig, als den Regen abzuwarten. Aus der Not heraus bestellt sie sogar ein Buch, um nicht unhöflich zu wirken. 

Beim Abholen eine Woche später kommt ihr der Laden gar nicht mehr so unfreundlich vor. Wieso riecht es bloß auf einmal nach frisch gebackenem Kuchen? Als sie dann auch noch ungeplant auf Rufus, einen Mann, den sie online kennengelernt hat, trifft und dieser sie ausgerechnet in diese Buchhandlung bringt, merkt sie endgültig, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

Von Rufus erfährt sie, dass sie als Trägerin des Namens „Turner“, der ja eigentlich nicht unüblich ist, eine besondere Gabe besitze, die in der Bücherwelt gebraucht werde. In der Bücherwelt? Hope würde am liebsten sofort wieder gehen, entschließt sich aber, Rufus eine Chance zu geben. Zu Recht, denn nachdem dieser ihr aus „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen vorgelesen hat, findet sich Hope tatsächlich in dem fiktiven Anwesen „Pemberley“ wieder. Träumt sie?

Von Jane Austens Roman aus wechselt sie – gemeinsam mit dem unerwartet mürrischen Rufus, der ähnlich wie sie eine Gabe besitzt, und seinen Gehilfen Gwen (Guinevere) und Lanc (Lancelot) aus der Artussage – in die Zentrale über. Die Zentrale ist ein buchneutraler Ort, von dem aus man in jegliche Bücherwelten gelangen kann. Hope kann es nicht fassen. Dies ist das Beste, was sich eine Bücherliebhaberin wie sie vorstellen kann. Doch ihre positive Überraschung wird bald getrübt, als sie den Grund erfährt, aus dem sie „eingeladen“ wurde. Kann es ihr gelingen, gemeinsam mit Gwen, Lanc und Rufus die Bücher- und Echtwelt zu retten? Was hat es mit dem gutaussehenden Kennon auf sich?

Diese Trilogie war definitiv ein Highlight für mich! Mehrere Wochen bin ich in die Geschichte eingetaucht und die Figuren sind mir total ans Herz gewachsen. Mary E. Garner hat einen wunderbaren Schreibstil, der einen – fast wie die Figuren der Geschichte – in diese Bücherwelt eintauchen lässt. Die Bücher bringen deutlich mehr Spannung und Rätsel mit sich, als ich es erwartet hätte und sind sehr fesselnd. Es hat mir gut gefallen, dass man selbst viele Theorien aufstellen konnte und dass die Figuren oft schnell Dinge erkannt haben, die man als Leser schon begriffen hatte. Die einzige Sache, die mich stutzen ließ, war Hopes Alter. Nach ihrem Verhalten hätte ich sie auf Mitte 20 geschätzt. Tatsächlich soll sie 42 Jahre alt sein. Ihr Alter spielt aber keine Rolle und macht sich kaum bemerkbar. Dadurch kann ich die Bücher Jugendlichen wie Erwachsenen empfehlen. Ein Must-Read für alle Bücherwürmer!

Majlis

In welches Buch würdet ihr gerne reisen können? 

Girl at heart (Kelly Oram; 2019 – one)

Girl at heart (Kelly Oram; 2019 – one)

“Hastings!” – so wird Charlie meistens von ihren Freunden angesprochen. Bei den Jungs ist das so üblich. Und als das eine Mädchen im Baseballteam und einzige Tochter eines alleinerziehenden Vaters ist Charlie diesen Tonfall längst gewöhnt. Doch als sie merkt, dass sie zu weiblich ist, um einer von den Jungs zu sein, und zu männlich, um sich wie ein Mädchen verhalten zu dürfen, ist ihr klar, dass sich etwas ändern muss.

Baseball ist Charlies Leben! Durch ihren Vater, einen ehemaligen Profispieler, ist sie von klein auf mit dem Sport und der Leidenschaft dafür aufgewachsen. Obwohl sie die Beste in ihrem Team ist, hat sie leider kaum Aussichten auf ein College-Stipendium. Deshalb will sie ihr letztes Jahr an der Highschool und ihre letzte Spielsaison genießen. Der Plan gerät allerdings ins Wanken, als keiner ihrer drei besten Freunde sie für den Abschlussball fragt und alle stattdessen bei der Vorstellung, sie in einem Kleid zu sehen, in Gelächter ausbrechen. Für Charlie ist klar: Sie braucht Veränderung. Als ihre Chance sieht sie den Ausstieg aus der Mannschaft. Kurz nach ihrem Gespräch mit dem Coach trifft Jace, der Teamkapitän, sie. Charlie schüttet ihm ihr Herz aus und er überzeugt sie, die Mannschaft nicht zu verlassen. Stattdessen stellt er den Kontakt zwischen Charlie und seiner Zwillingsschwester Leila, die der Inbegriff von Mädchen ist, her.

Ohne Freundinnen und ohne Mutter hat Charlie nie gelernt, sich wie ein Mädchen zu verhalten. Dinge wie Shopping Tours mit Leila oder eine Übernachtungsparty mit Leilas Freundinnen sind komplett neu für Charlie, doch sie stellt fest, dass sie diese neue Seite an sich mag. Ihr neues Selbstbewusstsein fängt allerdings an zu bröckeln, als sich ihre Freunde gar nicht begeistert über die veränderte Charlie zeigen. Charlie ist verwirrt und will sich nicht entscheiden müssen. Kann ihr der Spagat gelingen?

Kelly Oram hat mal wieder einen wunderbaren Roman geschrieben. Charlie ist total sympathisch und macht sich über viele Dinge Gedanken, über die man vielleicht selbst schon einmal nachgedacht hat. Man kann sich gut mit Charlie identifizieren. Ein paar Probleme und Kitsch sorgen für die nötige Spannung eines klassischen Jugendromans. Eine Geschichte über Selbstfindung, die ich Jugendlichen empfehlen kann!

Majlis

Verhaltet ihr euch gerne mädchenhaft oder findet ihr das anstrengend? Wie hättet ihr euch an Charlies Stelle entschieden?

Die Klänge der Freiheit (Tara Haigh, November 2021, Tinte & Feder)

Die Klänge der Freiheit (Tara Haigh, November 2021, Tinte & Feder)

Wie klingt Krieg? Wie klingt Frieden? Und wie klingt Freiheit?

Die junge Frau Inge aus Nürnberg tritt 1943 ihren Dienst als Schwester des Deutschen Roten Kreuzes im Dienst der Wehrmacht zum Missfallen ihres Vaters an. Entgegen ihrem Wunsche, nach Nordafrika versetzt zu werden, muss sie in das Lazarett in Charkow, ein Ort, der an der Ostfront von Deutschen und Russen umkämpft wird. Die passionierte Geigenspielerin kämpft dort Tag und Nacht für das Leben der Soldaten und lernt die Grausamkeit des Krieges mit aller Härte kennen. Nach einiger Zeit eröffnet ihr der deutsche Offizier Preuss die Möglichkeit, mit ihm nach Italien zur Abtei Montecassino zu gehen und Inge ergreift die Chance, dem Kriegslazarett zu entkommen. Doch sie ist sich nicht ganz sicher, inwiefern sie Preuss, der offen um sie wirbt, trauen kann, denn obwohl er ein Kunstkenner ist und ihr Geigenspiel zu schätzen weiß, ist er Nationalsozialist und sein einiges Ziel ist der Endsieg.

Inge muss sich entscheiden. Kann sie dem Offizier, der ihr eventuell das Leben gerettet hat, trauen? Entscheidungen über Entscheidungen zwischen Liebe und Verrat und Zukunft und Vergangenheit …

Der Roman ist aus der Sicht von Inge erzählt, jedoch ist nicht sie es, die spricht. Man bekommt als Leser so aber einen tiefen Einblick in Inges Gedanken, Hoffnungen und Träume. Die Geschichte könnte man in zwei Teile teilen – zunächst die Zeit in Charkow, anschließend ihr italienisches Leben. In Charkow werden das Lazarett, die Vorgänge, die Probleme, die Verzweiflung und die Hoffnung sehr eindrücklich beschrieben, sodass man als Leser den Eindruck hat, dabei zu sein. Und auch in Italien spürt man den Sonnenschein auf der Haut, aber auch die Angst, die Wut und die Kraft der Menschen bleiben einem nicht verborgen.

Mir haben diese realistischen Schilderungen Inges‘ Leben besonders gut gefallen und so schwer es auch war, mit ihr im Lazarett zu operieren, so sehr konnte ich mich dann aber auch freuen, wenn sie jemanden retten konnte. An Preuss habe ich schon die ganze Zeit zu knapsen gehabt. Sollte sie ihm trauen? War es richtig, dass sie ihm nach Italien gefolgt ist? Ich war bis zum Ende unentschlossen, habe aber meine Antwort letztendlich aus unerwarteten Gründen gefunden …

Ich kann diesen Roman allen Lesern empfehlen, die sich für die medizinische Seite des Krieges interessieren. Was passierte hinter den Kulissen? Wie war so ein Lazarett strukturiert. Und dann – was für eine Beziehung herrschte zwischen Deutschland und Italien? Die Antworten auf diese Fragen findet ihr in dem Roman und es lohnt sich wirklich!

Lena

Der Roman beschäftigt sich immer wieder mit Klängen. Es geht um Krieg, Frieden und Freiheit. Aber kann man diese Gefühle hören? Und wo trifft man auf diese Geräusche? Kennt ihr sie? Wie stellt sie ihr euch vor? Teilt und das gerne mit, ich hatte vor dem Lesen dieses Buches auch andere Vorstellungen, als es dann war.

Antwortet uns auf diese Fragen und teilt uns bis Sonntag, den 28.11.2021 mit, was für Vorstellungen ihr im Kopf habt! Denn dann landet euer Name gleich im Lostopf für – ein Gewinnspiel! Ja genau, wir verlosen ein Exemplar! Also los, wir sind gespannt! 🙂

Ihr könnt diese ganze Woche noch Beiträge rund um diesen Roman auf folgenden Blogs finden: denkzeiten.com, fraugoetheliest.wordpress.com, tesbuecherblog.blogspot.de, spiegelseelen.blogspot.de, kunterbuntebuecherreisen.wordpress.com

Am Ende sterben wir sowieso (Adam Silvera, 2017, Atrium Verlag AG)

Am Ende sterben wir sowieso (Adam Silvera, 2017, Atrium Verlag AG)

„Und dann weint er schließlich, […] weil das größte Verbrechen heute Nacht war, dass er seinen besten Freund nicht zum Abschied umarmen konnte.“ (Malcolm in „Am Ende sterben wir sowieso“)

Hat sich nicht jeder schon einmal Gedanken darüber gemacht, ob es erstrebenswert wäre zu wissen, wann und wie man stirbt? Würden wir anders leben, wenn wir wüssten, dass unser Leben wirklich jeden Moment zu Ende sein könnte? Und würden wir uns bereit fühlen?

Mateo und Rufus wissen, wann sie sterben. Denn am 5. September bekommen die beiden einen Anruf von dem Todesboten, dass sie keine 24 Stunden mehr zu leben haben. Das ist nichts Ungewöhnliches, denn jeden Tag sterben Menschen, die vorher vom Todesboten informiert wurden, aber Rufus und Mateo sind erst 17 und 18 Jahre alt und alles andere als bereit zu sterben. Die beiden wissen, dass der Tod nicht zu stoppen ist und beschließen aus unterschiedlichen Gründen, ihren letzten Tag auf der Erde mit einem letzten Freund zu verbringen. An diesem einen Tag haben sie beide noch ein ganzes Leben vor sich und so einiges zu erledigen und zu verarbeiten, bevor sie sich für immer verabschieden müssen …

Rufus und Mateo beschreiben im Wechsel deren letzten Tag, zwischendurch haben aber auch mal andere Personen, die irgendwie eine Rolle in deren Leben spielen, etwas zu sagen. Der Leser begleitet die beiden Jungs einen Tag lang durch ihre Stadt und lernet die beiden durch die Berichte und durch die Augen des jeweils anderen erst richtig kennen. Adam Silvera kennt in diesem Fall echt keine Gnade und bringt den Leser hoffnungslos zum Weinen. Das Schwierigste beim Lesen ist, dass man die ganze Zeit eine Ahnung hat, wie es ausgeht und damit mit den beiden Jungs einen Haufen letzter Male und Abschiede erlebt, aber die Hoffnung, dass doch noch alles gut wird, bleibt.

Ein harter Brocken, ich würde fast sagen, Granit. So viele Tränen habe ich bei noch keinem Buch vergossen und das auch einfach mal zwischendurch, weil es den Leser zutiefst berührt, was Rufus und Mateo an nur einem Tag erleben und lernen. Sie lernen an einem Tag mehr über sich und das Leben als es andere Menschen in einem ganzen Leben tun.

Ich fand das Buch großartig. Das mag vielleicht bis hierhin noch nicht so klingen, aber es ist eine Lektüre, die einen über so viele Dinge nachdenken lässt und den Leser auch zwingt, sich mit dem Tod zu beschäftigen. Was würde ich machen, wenn ich erfahren würde, dass ich heute sterben werde? Wen würde ich bei mir haben wollen? Würde ich drüber sprechen? Was würde ich zu einer geliebten Person sagen, wenn ich wüsste, dass sie sterben würde? Und wäre ich bereit? Diese Fragen und noch viele mehr sind mir beim Lesen durch den Kopf gegangen und sie tun es auch jetzt noch. Aber ich fühle mich noch nicht bereit zu gehen und das Buch hat mich gelehrt, dass man, wie schon James Dean sagte, jeden Tag leben soll, als wäre es unser letzter. Plötzlich werden Kleinigkeiten wichtig, die man vorher als selbstverständlich betrachtet hat und die Augen werden offener, der Geist wacher.

Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen! Es ist zugleich eine wunderschöne und super traurige Geschichte, aber man setzt sich mal mit einem Thema auseinander, das man sonst, gerade in seinen jungen Jahren, gerne mal zur Seite schiebt.

Lena

Denkt mal über die Fragen nach und wenn ihr eine Antwort für euch gefunden habt, teilt sie uns gerne mit. Dann erfahrt ihr vielleicht auch, was wir an unserem letzten Tag auf Erden noch machen wollen würden …

Das Wolkenvolk (Kai Meyer; 2006, 2007,2011 – Loewe)

Das Wolkenvolk (Kai Meyer; 2006, 2007,2011 – Loewe)

Seide und Schwert (Band 1)
Lanze und Licht (Band 2)
Drache und Diamant (Band 3)

Ein Junge, der auf den Wolken lebt, ein Mädchen, das im Herzen ein Drache ist und ein falscher Drache, der eigentlich ein Mensch ist. Was könnten diese Drei gemeinsam haben? Ganz einfach: Sie alle suchen einen echten Drachen.

1760 in einer Fantasy-Version Chinas zur Zeit der Chin-Dynastie. 2000 Meter über dem Reich der Mitte schwebt die Wolkeninsel. Mit Hilfe einer geheimnisvollen Substanz, dem Äther, hat sich die riesige Wolke verfestigt und schwebt seit einem Vierteljahrtausend über die ganze Erde. Auf der Wolke lebt das Wolkenvolk. Niemand aus diesem Volk weiß noch, warum die Wolke fliegt und wie der Äther funktioniert Das liegt auch daran, dass das Lesen, Bücher und Bildung auf der gesamten Insel verboten sind. Wer sich dieser Regel widersetzt, wird zum Ausgestoßenen. So geschah es auch dem Jungen Nicolo und seinem inzwischen verstorbenen Vater. Allerdings interessiert sich das Oberhaupt der Insel doch auf einmal wieder für Nicolo, als die Wolkeninsel abstürzt und sich mitten in China zwischen drei Berggipfeln verkeilt. Nicolo ist der Einzige, der die Landessprache beherrscht, und er wird mit dem Auftrag zum Erdboden geschickt, neuen Äther zu finden, der angeblich nichts anderes als Drachenatem sein soll.

Dort trifft er auf Nugua. Nugua ist unter Drachen aufgewachsen. Sie hatte nie Kontakt zu anderen Menschen und sieht sich trotz ihres menschlichen Äußeren als Drachen an. Doch nachdem sie eines Tages aufgewacht ist – alleine und ohne eine Spur der Drachen – muss sie sich zwangsläufig in die Zivilisation begeben. Auch sie sucht die verschollenen Drachen, die so etwas wie ihre Familie sind.

Kurz nachdem die beiden aufeinandertreffen, finden sie einen dritten Weggefährten mit demselben Ziel: Ein Mann namens Feiking in einem Drachenkostüm. Dieses ist ihm angewachsen, seit er ohne Erinnerung an sein früheres Lebens auf dem Drachenfriedhof, einem für Menschen verbotenen Ort, aufgewacht ist. Der Wächterdrache habe ihn verflucht. Auch er möchte also einen Drachen finden, um seine Erinnerung und seine normale Gestalt zurückzubekommen.

Die Sache hat einen Haken: Der einzige Anhaltspunkt der Drei ist der Drachenfriedhof, doch niemand, nicht einmal die Drachen selbst, weiß, wo dieser liegt. Als die Gefährten auf einen der acht Unsterblichen, Li, und die Schwertmeisterin Wisperwind treffen, müssen sie auch noch feststellen, dass ihre Geschichten nur Puzzleteile zu einem deutlich größeren und schwerwiegenderen Problem sind. Zu dessen Lösung haben, wenn überhaupt, nur die Drachen eine Antwort. Doch wie sollen die Gefährten sie bloß finden? Und was hat der Äther damit zu tun?

Dies ist einer meiner liebsten Buchreihen. Ich bin grundsätzlich kein Fan davon, Bücher ein zweites Mal zu lesen. Allerdings mag ich es manchmal, Bücher, die ich schon kenne, zu hören. Das erste Mal habe ich diese Buchreihe in der Weihnachtszeit vor vier Jahren gelesen. Seitdem habe ich es jedes Jahr wieder gehört. Die verschiedenen Handlungen und parallel laufenden Geschichtsstränge werden einfach nicht langweilig. Kai Meyer hat eine wunderbare Erzählsprache, die einen sofort in die Geschichte eintauchen lässt. Zudem offenbaren sich manche Geheimnisse erst nach und nach, sodass man als Leser gut miträtseln kann. Ich kann die Reihe allen empfehlen – das Alter spielt hier keine Rolle.

Majlis

Könntet ihr so mutig sein wie die Abenteurer? Welches Volk, wie die Drachen oder das Wolkenvolk, hättet ihr am liebsten als Heimat?

Save me (Mona Kasten, 2018 – Lyx)

Save me (Mona Kasten, 2018 – Lyx)

Save you (Band 2) – Save us (Band 3)

Ihr größter Traum ist ein Studium in Oxford. Deshalb will sie sich in diesem Jahr mehr denn je auf die Schule konzentrieren. Kein Platz für Partys, Alkohol oder Jungs. Schließlich sind die Studienplätze in Oxford heiß umkämpft.

Für ihn ist Oxford eher ein Albtraum. Klar ist es toll, dort zu studieren, aber dieses Schuljahr ist sein letztes in Freiheit, bevor es ernst wird. Kein Platz für langweiligen Schulkram – er will Spaß haben. 

Ruby geht seit zwei Jahren auf das Maxton-Hall-College – eine Privatschule in England. Eigentlich könnten ihre Eltern sich das gar nicht leisten, aber Ruby hat ein Stipendium bekommen. In dieser glamourösen Umgebung mit Schülern, denen Geld und Macht das Allerwichtigste sind, ist es ihr bisher gar nicht so schwer gefallen, quasi unsichtbar zu sein. Sie bevorzugt es, nicht im Mittelpunkt zu stehen. Lieber zieht sie die Fäden hinter den Kulissen – im Veranstaltungskomitee, das sie gemeinsam mit ihrer Freundin Lynn leitet. 

Eigentlich sollte alles genau so bleiben, wie es ist, aber dann erwischt Ruby eine Schülerin mit ihrem Geschichtslehrer. Leider nicht irgendeine Schülerin, sondern Lydia Beaufort – die Tochter der beiden bekanntesten Modeunternehmer in ganz England. Dieses Geheimnis könnte den Ruf der ganzen Familie zerstören. Ruby möchte eigentlich nichts lieber, als die ganze Sache zu vergessen. Doch am nächsten Tag steht James Beaufort – Lydias Zwillingsbruder – vor ihr und will sie mit einem Bündel Geldscheinen zum Schweigen bringen. Ruby will weder sein Geld noch die Aufmerksamkeit, die alleine durch dieses kurze Gespräch auf sie gelenkt wurde. 

Kurzerhand entschließt sie sich, diesen arroganten Schnösel zu ignorieren. Das ist allerdings gar nicht mehr so einfach, als dieser nach einem seiner Streiche dazu verdonnert wird, im Veranstaltungskomitee mitzuarbeiten …

In dem Roman und auch in den Folgebänden sprühen Funken in alle Richtungen. Nicht nur die Liebesgeschichte zwischen Ruby und James ist in diesen Büchern von einem Auf und Ab voller Geheimnisse, Lügen, Intrigen, aber auch Freundschaft und Hoffnung geprägt. Kann Rubys Leben am College wieder ganz normal werden? Oder spielt sie für einige Menschen doch eine größere Rolle, als sie wahrhaben möchte?

Mir hat diese Buchreihe unglaublich gut gefallen! Besonders, dass sie mal aus Rubys und mal aus James‘ Perspektive geschrieben ist. In den Folgebänden kommen auch noch Rubys Schwester Amber und James‘ Schwester Lydia als Erzählerinnen dazu. Durch Mona Kastens lebhaften Schreibstil kann man die legendären Maxton-Hall-Partys quasi vor sich sehen. Auch die prunkhafte Schule kann man Seite an Seite mit Ruby durchqueren. Die Geschichte zeigt auch, wie wichtig Freunde und Geschwister sind. Eine eindeutige Empfehlung für alle – allerdings könnte es zwischendrin auch etwas kitschig werden…

Majlis

Würdet ihr gerne auf eine Privatschule wie die Maxton-Hall gehen? 

Sternflüstern (Paula Carlin, 2021, Diedrichs-Verlag)

Sternflüstern (Paula Carlin, 2021, Diedrichs-Verlag)

„Sternflüstern! Dieses Leuchten, das sich wie eine Berührung auf alles  legte, das geheimnisvolle, leise Knistern, das von der freudigen Aufregung sprach, die wir spürten, weil wir am Leben sein durften, in diesem Sommer, an diesem Tag, in diesem Garten, zwischen allem, das so groß war: dem himmelsstürmenden Gelb der Sonnenblumen, dem trotzigen Grün des Klees mitten im verdorrten Rasen, dem Duft des Schmetterlingsflieders, dem bodenlosen Blau der Trichterwinden, dem plötzlichen Flöten der Amsel, der wir mit dem Regenschauer aus dem Schlauch ein Geschenk gemacht hatten.“ (Irith über das Sternflüstern)

Sternflüstern, kennt ihr es? Der gleichnamige Roman handelt von einem Neuanfang, von einer neuen Orientierung an einer Weggabelung des Lebens. Die 56-jährige Irith versucht ihre Trauer über den Tod ihres Freundes Lunis zu überwinden, indem sie weiter im Hotel arbeitet und sich irgendwie durch das Leben kämpft. Dabei trifft sie auf die 20 Jahre jüngere Sophie, die zunächst nicht viel von sich preisgibt, aber auch sie hat etwas zu verarbeiten. So schließen sich die beiden Frauen zusammen und vereinen ihre kreativen Talente in einem gemeinsamen Projekt, einem großen Mosaik des Lebens. Allerdings hat Irith einer ihr unbekannten Alix noch ein Päckchen von Lunis zu übergeben, das in ihrem Schrank verstaubt. Zusammen mit Sophie rafft sie sich auf, diese ominöse Alix zu finden. Bei ihrer Begegnung stellt sich heraus, dass auch Alix etwas zu erzählen hat, nur was? Und was verbindet diese drei Frauen?

Sie stehen alle an einem Scheideweg und müssen sich neu orientieren? Doch können sie in ihrem alten Leben wieder Fuß fassen? Oder trauen sie sich nochmal einen Neuanfang zu?

Der Roman beschreibt auf eine sehr eindrucksvolle Art und Weise, wie heilsam es sein kann, sich von seinem alten Leben zu lösen und mal einen Schnitt zu machen und an einer Weggabelung abzubiegen, anstatt geradeaus weiterzugehen. Die Begegnung der Frauen wird aus der Sicht von Alix beschrieben, jedoch wird die Beschreibung immer wieder unterbrochen durch Rückblenden in ihre Zeit mit Lunis, sodass er in der gesamten Geschichte präsent ist. Es ist auch er, der den Leser mit Sätzen wie „Kneifen gilt nicht. Du musst immer wieder über deine Grenzen gehen, sonst betrügst du dich um deine Möglichkeiten.“ oder „Nur die Gegenwart ist wichtig. Nur die Gegenwart ist Leben.“ immer wieder zum Nachdenken anregt.

Mir hat das Buch unglaublich gut gefallen. Ich brauchte ungefähr 50 Seiten, um in die Geschichte einzutauchen, da es ein sehr eigener Erzählstil ist, der vor allem beschreibt. Für den ein oder anderen mag es dadurch ein wenig anstrengend zu lesen sein, da man sich sehr viel vorstellen muss. Aber sobald man einmal in der Welt drin ist, ist sie so farbenfroh und detailreich wie keine andere und es macht sehr viel Spaß, das Haus des Fuchses durch die Augen von Alix zu entdecken …

Vielleicht gibt es ja jemanden von euch, der gerade auch an einer Weggabelung des Lebens steht und noch nicht so recht weiß, ob er rechts oder links abbiegen soll. Euch kann ich dieses Roman wärmstens empfehlen, denn ob er euch nun hilft oder nicht, er erweitert euren Horizont um Farben und Formen, die euch vielleicht noch nicht immer präsent waren …

Lena

Kennt ihr das Sternflüstern? Wie ist es bei euch aufgetreten?