Winterbienen (Norbert Scheuer, 2019, C.H.Beck-Verlag; 2020 Verlagsgesellschaft mbH & Co.)

„Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen.“ (Cicero / Auszug aus „Winterbienen“)

Januar 1944. Egidius Arimond lebt zusammen mit seinen Bienenvölkern in einem kleinen Dorf in der Eifel. Als Epileptiker gilt er aus der Sicht der Nationalsozialisten als unwertes Leben, gleichzeitig schützt es ihn aber auch vor dem Einsatz als Soldat im Krieg. Als die Eifel immer mehr unter Beschuss gerät, wird in dem kleinen Dorf allerdings alles ein bisschen schwerer. Er kommt nicht mehr leicht an seine wichtigen Medikamente und bei ihm werden Soldaten einquartiert. Grundsätzlich nicht so schlimm, nur erschweren diese Umstände seine Aufgabe: Er bringt als Schleuser jüdischen Flüchtlingen über die belgische Grenze – auf seine ganz eigene Art …

Der Roman ist das Tagebuch von Egidius Arimond. Norbert Scheuer wurde gebeten, seine Geschichte als Buch aufzuschreiben, sodass jeder die Möglichkeit hat, sich von diesem Mann, der seiner Krankheit getrotzt hat und die Familientradition, die Imkerei, immer weitergeführt hat, inspirieren zu lassen. Egidius verbringt sein Leben bei den Bienenstöcken, in der Bibliothek oder aber in der Vergangenheit seiner Familie, in dem Leben von Ambrosius Arimond im 15. Jahrhundert.

Das Buch ist in sehr leichter Sprache geschrieben, da es aber ein Tagebuch ist zieht es sich beim Lesen manchmal etwas, vor allem wenn Egidius in der Welt seiner Bienen ist. Gleichzeitig ist aber genau dies auf irgendeine Art faszinierend, denn trotz all dem Grauen um sich herum, verliert er nie den Blick für seine Lebensinhalte.

Ich kann dieses Buch grundsätzlich jedem empfehlen, da es ein Einzelschicksal von großer Bedeutung ist. Allerdings würde ich es vor allem den Lesern in die Hand drücken, die sich gerne in der Geschichte des Zweiten Weltkrieges bewegen, da diese Geschichte sehr tiefgründig ist.

Lena

Hättet ihr das Ende erwartet? Mich hat es regelrecht geschockt …

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