Whalea (Laura Ventur; 2021 – epubli)

Ein Kühlschrank kann das eigene Leben ganz schön aufwirbeln. Kein gewöhnlicher Kühlschrank, natürlich nicht. Doch wie hätte Ben ahnen sollen, dass dieser Kühlschrank kein gewöhnlicher ist?

Benjamin von Thalau ist ein Frankfurter Anwalt in seinen Dreißigern. Nichts läuft in seinem Leben schief – zumindest bisher. Doch dann zerbeult ihm eine wildfremde ältere Frau mit ihrer Handtasche sein Auto und er entschließt sich, ihr hinterherzugehen. Schließlich muss sie für den Schaden aufkommen! Als er bei ihrer Wohnung ankommt, ist diese verlassen. Die Haustür steht offen. Er tritt ein und sieht sich um. In der karg eingerichteten Wohnung fällt der große, aber leere Kühlschrank mit der offenen Tür deutlich auf. Ben tritt näher. Zu nah. Er wird er in den Kühlschrank hineingesogen und wacht in einer völlig fremden Welt wieder auf. 

Rosas Laune ist bereits im Keller, als der Mann sie fast anfährt. Kurzerhand entschließt sie, sich für den Schreck zu rächen und knallt ihre Handtasche auf sein Auto. Wie gut es tut würde, danach endlich die Menschenwelt zu verlassen und nach Whalea zurückzukehren! Leider muss sie feststellen, dass Silas das Portal, das als Kühlschrank getarnt ist, nicht ordnungsgemäß geschlossen hat. Jetzt kann sie es nicht mehr benutzen. Und dann stolpert auch noch dieser Ben in ihre Küche.

Whalea ist eine Welt voller Wunder. Hier leben Hexen, Drachen, Elfen und andere phantastische Geschöpfe. Vor langer Zeit gab es viele Whaleaner, die regelmäßig die Welt der Menschen besuchten. Als es aber zu Hexenverbrennungen kam und die Menschen die Geschöpfe Whaleas nicht mehr achteten, wurden dessen Grenzen geschlossen. Allein wenige eigens ausgebildete Wächterinnen haben noch immer eigene Portale und sehen auf beiden Seiten nach dem Rechten. Zu ihnen gehört auch Rosa, die zwischen den Welten hin und her zu reist. Leider funktioniert das nur, wenn der Zugang auf beiden Seiten geschlossen ist. Ansonsten entsteht ein Sog, der aber noch in die eine Richtung funktioniert.

So wird es für Rosa kompliziert: Wie soll sie Ben bloß nach Hause zurückbringen? Dieser ist zwar fasziniert von Whaleas Natur und Fabelwesen, aber versteht, dass es Menschen strengstens verboten ist, diese Welt zu betreten. Die einzige Chance der beiden besteht darin, das Hauptportal in der Walpurgisnacht zu benutzen. Gut, dass sie für diese gefährliche Aktion Rosas Freunde auf ihrer Seite haben. Doch was, wenn jemand sie entdeckt? Oder wenn Ben gar nicht gehen möchte?

Ein total schöner Roman, in den man eintauchen kann! Laura Ventur hat sich eine faszinierende Fantasiewelt ausgedacht. Mir haben besonders die Rückblicke auf Rosas Vergangenheit und die detaillierten Beschreibungen dieses außergewöhnlichen Ortes gefallen. Das Buch ist aus der dritten Person geschrieben, woran ich mich erst gewöhnen musste. Allerdings kamen dadurch die verschiedenen Sichtweisen der Hauptcharaktere besser zum Ausdruck. Der Roman lässt sich schnell lesen und doch intensiv in die Welt von Whalea eintauchen.

Majlis

Welcher Fantasy-Aspekt hat euch am meisten fasziniert? Konntet ihr Bens Entscheidungen nachvollziehen? 

3 Gedanken zu „Whalea (Laura Ventur; 2021 – epubli)

  • 31. Mai 2021 um 8:49
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    Hallo und guten Tag,

    hm, wie kann man mit einer Handtasche ein Auto zerbeulen….hatte Rosa ..da Wackersteine in ihrer Handtasche ..hat Ben die Rosa mit dem Auto wirklich angefahren…wären zwei Fragen, die mir als Aufhänger der Geschichte noch etwas unklar sind….

    LG..Karin..

    Antwort
    • 31. Mai 2021 um 16:43
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      Hallo Karin,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Angefahren wurde Rosa nicht, allerdings hat Ben ihr mit seiner Vollbremsung direkt vor ihr und mit seiner lauten Hupe einen großen Schrecken eingejagt. Das ist jetzt aus meiner Sicht nicht so schlimm, aber in Rosas Fall war das der Tropfen, der das fass zum Überlaufen gebracht hat.
      Über die Handtasche habe ich mich ehrlich gesagt auch gewundert. Im Buch steht:
      „Sie ging ein paar Schritte, stellte sich vor seinen Wagen und verharrte einen Augenblick, bevor ihre gebeugte Gestalt mächtig ausholte und mit aller Kraft die Handtasche wütend auf die hochglanzpolierte Motorhaube donnerte.“ (Seite 22)
      Also entweder ist sie trotz ihres Alters ziemlich stark oder da war ein bisschen verbotene Magie mit Spiel ; )
      So oder so ist der Roman sehr lesenswert!
      Liebe Grüße, Lena und Majlis

      Antwort
  • 1. Juni 2021 um 11:12
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    Hallo Ihr Zwei,

    Danke für den Erklärungsversuch
    ….hm, verbotene Magie wäre ein Stichwort….doch sollte man da auch nicht allzu früh…die Katze bzw. die Magie aus dem Sack lassen.
    Denn ich persönlich finde es immer ganz schön, wenn man solche Sachen nach und nach erfährt und man damit der Geschichte auch noch einen zusätzlichen Kick als Autorin geben kann….Überraschungseffekt….

    Aber egal ….Grins…passt schon..LG..Karin..

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