The Daughter of the Pirate King (Tricia Levenseller; 2017 – Square Fish)

Fantasy-Romane sind toll, um andere Welten zu entdecken und in Geschichten einzutauchen, die ganz anders sind als unser Alltag. Trotzdem werden auch in ihnen oft Themen aus unserer Realität aufgegriffen: Umweltschutz, Rassismus oder Feminismus zum Beispiel. Als Kind lernt man schnell, dass Piraten so ein Jungsding sind. Nicht in diesem Roman. Denn auch Frauen können stark und geschickt im Kämpfen und Pläne Schmieden sein. Alle diese Eigenschaften besitzt die 17-jährige Alosa – die Tochter des Piratenkönigs.

Als Alosa entführt wird, ist der Triumph der Feinde groß. Mit der Tochter des Piratenkönigs Kalligan höchstpersönlich werden sie nicht nur an viel Lösegeld kommen, sondern vielleicht auch endlich die geheimen Quartiere Kalligans aufspüren können. Was Draxen und seine Männer, Alosas Entführer, nicht wissen: Alosa hat diese Entführung selbst geplant und in die Wege geleitet. Dies war die einzige Möglichkeit, um an Bord der „Night Farer“, Draxens Schiff, zu kommen. Denn dieses Schiff birgt einen besonderen Schatz.

Einmal an Bord wird Alosa allerdings zunächst in eine Zelle gesteckt, und sie wird von Draxens kleinem Bruder Riden verhört. Dabei stellt sich heraus, dass Riden deutlich mehr Gehirnmasse als sein Bruder besitzt und damit eine größerer Gefahr für Alosa darstellt. Doch Alosa hat so einige Asse im Ärmel. Beispielsweise gelingt es ihr, an den Schlüssel zu ihrer Zelle gelangen. Dadurch kann sie die erste Nacht nutzen, um die „Night Farer“ zu erkunden. Trotz ihrer Vorsicht wird sie dabei erwischt. Ausgerechnet von Riden. Dieser ergreift sofort Gegenmaßnahmen und postiert Wachen vor Alosas Zelle. Allerdings erwähnt er Alosas Ausbruch seinem Bruder gegenüber nicht. Was verheimlicht er?

Glücklicherweise hat Alosa noch einige Tricks parat. Schließlich wurde sie von ihrem Vater höchstpersönlich trainiert und dies ist nicht ihre erste Mission. Mehrere Nächte lang kann sie das Schiff weiterhin erkunden. Doch trotz all ihrer Bemühungen, unentdeckt zu bleiben, kommt ihr Riden immer wieder in die Quere. Hat er etwas gemerkt? Wie kann sie es bloß anstellen, so zu wirken, als wenn sie entkommen wollte, obwohl sie auf dem Schiff bleiben möchte?

Ein toller Fantasy-Roman, um einfach mal in eine andere Welt einzutauchen. Alosa wird als Frau oft unterschätzt und nicht ernst genommen. Trotzdem setzt sie sich durch und kann die Vorurteile manchmal sogar zu ihrem Vorteil nutzen. Diese feministischen Züge an der Geschichte haben mir sehr gut gefallen. Außerdem hat Tricia Levensteller noch weitere Handlungsstränge in die Geschichte mit eingebaut, die mich teilweise überrascht haben. Der Roman ist spannend und man fiebert mit. Zudem gibt es auch eine Liebesgeschichte, die aber passend zu dem Bild einer unabhängigen und eigenständigen Frau klein gehalten wird und nicht kitschig dargestellt ist. Die Geschichte kann man wunderbar in den Ferien lesen.

Majlis 

Wie steht ihr zu Feminismus in Fantasy-Büchern? Findet ihr es wichtig Alltagsthemen in fiktive Romane mit einzubauen, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, oder hättet ihr beim Lesen lieber eine Pause vom Alltag?

The Daughter of the Pirate King ist bisher noch nicht auf deutsch erschienen. 

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