Save me (Mona Kasten, 2018 – Lyx)

Save me (Mona Kasten, 2018 – Lyx)

Save you (Band 2) – Save us (Band 3)

Ihr größter Traum ist ein Studium in Oxford. Deshalb will sie sich in diesem Jahr mehr denn je auf die Schule konzentrieren. Kein Platz für Partys, Alkohol oder Jungs. Schließlich sind die Studienplätze in Oxford heiß umkämpft.

Für ihn ist Oxford eher ein Albtraum. Klar ist es toll, dort zu studieren, aber dieses Schuljahr ist sein letztes in Freiheit, bevor es ernst wird. Kein Platz für langweiligen Schulkram – er will Spaß haben. 

Ruby geht seit zwei Jahren auf das Maxton-Hall-College – eine Privatschule in England. Eigentlich könnten ihre Eltern sich das gar nicht leisten, aber Ruby hat ein Stipendium bekommen. In dieser glamourösen Umgebung mit Schülern, denen Geld und Macht das Allerwichtigste sind, ist es ihr bisher gar nicht so schwer gefallen, quasi unsichtbar zu sein. Sie bevorzugt es, nicht im Mittelpunkt zu stehen. Lieber zieht sie die Fäden hinter den Kulissen – im Veranstaltungskomitee, das sie gemeinsam mit ihrer Freundin Lynn leitet. 

Eigentlich sollte alles genau so bleiben, wie es ist, aber dann erwischt Ruby eine Schülerin mit ihrem Geschichtslehrer. Leider nicht irgendeine Schülerin, sondern Lydia Beaufort – die Tochter der beiden bekanntesten Modeunternehmer in ganz England. Dieses Geheimnis könnte den Ruf der ganzen Familie zerstören. Ruby möchte eigentlich nichts lieber, als die ganze Sache zu vergessen. Doch am nächsten Tag steht James Beaufort – Lydias Zwillingsbruder – vor ihr und will sie mit einem Bündel Geldscheinen zum Schweigen bringen. Ruby will weder sein Geld noch die Aufmerksamkeit, die alleine durch dieses kurze Gespräch auf sie gelenkt wurde. 

Kurzerhand entschließt sie sich, diesen arroganten Schnösel zu ignorieren. Das ist allerdings gar nicht mehr so einfach, als dieser nach einem seiner Streiche dazu verdonnert wird, im Veranstaltungskomitee mitzuarbeiten …

In dem Roman und auch in den Folgebänden sprühen Funken in alle Richtungen. Nicht nur die Liebesgeschichte zwischen Ruby und James ist in diesen Büchern von einem Auf und Ab voller Geheimnisse, Lügen, Intrigen, aber auch Freundschaft und Hoffnung geprägt. Kann Rubys Leben am College wieder ganz normal werden? Oder spielt sie für einige Menschen doch eine größere Rolle, als sie wahrhaben möchte?

Mir hat diese Buchreihe unglaublich gut gefallen! Besonders, dass sie mal aus Rubys und mal aus James‘ Perspektive geschrieben ist. In den Folgebänden kommen auch noch Rubys Schwester Amber und James‘ Schwester Lydia als Erzählerinnen dazu. Durch Mona Kastens lebhaften Schreibstil kann man die legendären Maxton-Hall-Partys quasi vor sich sehen. Auch die prunkhafte Schule kann man Seite an Seite mit Ruby durchqueren. Die Geschichte zeigt auch, wie wichtig Freunde und Geschwister sind. Eine eindeutige Empfehlung für alle – allerdings könnte es zwischendrin auch etwas kitschig werden…

Majlis

Würdet ihr gerne auf eine Privatschule wie die Maxton-Hall gehen? 

Das Leben wie sie es liebten (Anni Bürkl, 2021, Edition Texte und Tee)

Das Leben wie sie es liebten (Anni Bürkl, 2021, Edition Texte und Tee)

„Das Leben wie sie es liebten“ ist der Auftakt zu drei Romanen über die bindende Kraft der Liebe im Leben dieser Frauen und ihrer Kinder – in einem Jahrhundert voll politischer Zerrissenheit.

1938 – Die junge Frau Loretta Patzak arbeitet in der Nervenheilanstalt ihres Vaters, ebenso wie ihr Mann Marek. Das Sanatorium befindet sich im sudetenländischen Reichenberg, das im zweiten Weltkrieg deutsch wird. Nach der Niederlage der Deutschen jedoch werden diese restlos aus dem Gebiet vertrieben und so verliert Loretta ihren geliebten tschechischen Mann aus den Augen …

1946 – Nach ihrer Vertreibung findet Loretta bei ihrer Tante Emmy in Wien Unterschlupf. Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten arrangieren sich die beiden miteinander und nehmen, zunächst gezwungenermaßen, sowohl die stille Ingrid als auch die Haushälterin Paula, die vor ihrem Mann floh, mit ihrer Tochter bei sich auf. Vervollständigt wird das Grüppchen von der fröhlichen Briefträgerin Ursula, die sich mit Loretta anfreundet und häufig bei der kleinen Wohngemeinschaft ein- und ausgeht. Die fünf Frauen überleben gemeinsam, indem sie Essen, Erfahrungen und Sorgen teilen und immer zusammen Lösungen zu suchen finden.

Um endlich Marek wiederzufinden, wendet sich Loretta an den russischen Besatzer Major Artjom, für den Loretta Ingrids neuen, amerikanischen, Liebhaber bespitzeln soll. Auf dieser Suche nach Spuren ihres aus den Augen verlorenen Liebhabers findet Loretta allerdings nicht nur Antworten auf ihre eigentlichen Fragen, denn plötzliche kommen auch noch andere, eigentlich verschollene, Geheimnisse aus dem Sudetenland zu Tage …

Anni Bürkl lässt sich Geschichte zum einen im Wechsel von den verschiedenen Frauen erzählen, zum anderen wechselt sie aber auch zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Man könnte meinen, dass man als Leser dadurch einen kleinen Vorteil gegenüber den Protagonisten hat, da man die Personen und die Umstände ja einzeln kennenlernt, jedoch bleibt die frappierende Überraschung am Ende trotzdem nicht aus. Ich war begeistert und geschockt zugleich, den der Roman verdeutlicht zwar einerseits, was wahre Freundschaft bedeutet und wie wichtig diese sein kann, andererseits fiel es mir aber echt schwer zu fassen, was damals in Nervenheilanstalten, die unter der Führung der Nationalsozialisten liefen, passierte.

Die Autorin arbeitet ein wichtiges, grausames und schwer zu begreifendes Stück der deutschen Geschichte sehr greifbar in ihrem Roman auf und durch die literarisch recht leichte, intellektuell jedoch zentnerschwere Lektüre bekommt man einen wunderbaren Einblick in diesen Teil Geschichte. Ich habe den Roman verschlungen und kann ihn eigentlich jedem empfehlen! Vielleicht kennt jemand auch die Reihe von Melanie Metzenthin – „Im Lautlosen“ / „Im Stimmlosen“ … – ? Wenn ihr diese Bücher gerne gelesen habt, dann ist „Das Leben wie sie es liebten“ in jedem Fall auch etwas für euch!

Lena

Hättet ihr das Ende erahnt? Für mich war es irgendwie total unvorhersehbar …

Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln (Adriana Popescu; 2020 – cbt)

Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln (Adriana Popescu; 2020 – cbt)

Samuel – der Neue, der nichts lieber möchte, als sein altes Leben hinter sich zu lassen und doch daran festhält. Theo – der so gerne wieder wie früher wäre und sich seinen Ängsten doch nicht stellen kann. Marie – die immer für alle da und doch allein ist.

An seinem ersten Schultag an der neuen Schule begegnet Samuel direkt den beiden Geschwistern Marie und Theo. Allerdings weiß er zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass die beiden miteinander verwandt sind. Zuerst leiht er sich einen Kuli von Marie, weil er seine Stifte vergessen hat, und hilft später Theo aus der Patsche, der mal wieder von Andi Schneider und seinen Kumpels gemobbt wird. Als Samuel Theo gerade dabei helfen will, dessen Sachen aufzuheben, kommt Marie hinzu und nimmt Theo direkt in Schutz. Dabei hat Samuel doch ausnahmsweise mal nichts falsch gemacht. Als sich die Situation aufklärt, ist Marie sehr froh, denn sie hatte Samuel von Anfang an sympathisch gefunden und wäre enttäuscht gewesen, wenn er ihr das Gegenteil bewiesen hätte.

Nach ein paar weiteren Vorfällen, in denen Samuel Theo hilft, erkennt Marie, was für ein Gewinn Samuel ist und ist dankbar, eine weitere Stütze für ihren Bruder zu haben. Samuel tut sein Bestes, um Theo zu helfen. Doch warum alle Theo wie ein rohes Ei behandeln, weiß er noch nicht. Dafür erfährt ausgerechnet Theo durch Zufall etwas über Samuels Vergangenheit …

Freundschaft, Liebe und Geschwisterliebe bringen die drei zusammen und doch sind sie sich manchmal im Weg, stoßen sich ab. 

Der Roman hat mich sehr begeistert! Adriana Popescu schafft es, viele verschiedenen Themen, wie Ängste, Gewalt, Mobbing, aber auch Freundschaft, Liebe und Geschwisterliebe zu vereinen und eindrucksvoll zu schildern. Ich habe die Inhaltangabe bewusst kurzgehalten, weil man am Anfang als Leser kaum etwas weiß und viele Vorgeschichten erst im Laufe der Zeit aufgeklärt werden. Gerade deshalb hat mich das Buch aber auch so gefesselt – ich wollte halt immer wissen, wie es weitergeht und was passiert ist. Besonders toll fand ich, dass der Roman abwechselnd aus Maries, Samuels und Theos Perspektive geschrieben ist, sodass man alle drei von innen und außen kennenlernt und ihr Handeln besser versteht. Der Roman hat mir vor allem gezeigt, dass man sich gegen Mobbing wehren muss aber auch, dass Menschen sich ändern können. Bisher habe ich nicht so viele Bücher gelesen, in denen es um Mobbing und andere Formen von Gewalt ging, aber war von diesem sehr begeistert und kann es auch allen empfehlen!

Majlis

Wie hättet ihr an Maries Stelle gehandelt, als sie Samuels Vergangenheit herausgefunden habt? Konntet ihr nachvollziehen, dass es Samuel immer noch zu „den Jungs“ gezogen hat? Schreibt es in die Kommentare! : )

Again-Reihe (Mona Kasten; 2016 – 2020; LYX-Verlag)

Again-Reihe (Mona Kasten; 2016 – 2020; LYX-Verlag)

„Wenn wir ehrlich zueinander sind, kann das nur helfen. Da bin ich mir sicher.“ (Blake in „Dream again“)

In diesem Satz steckt eine Nachricht, die sich durch alle fünf Romane der Reihe zieht. Man muss miteinander reden, um sich vertrauen zu können.

Die Geschichte spielt in Woodshill, wo Allie zum Studieren hinzieht. Sie kommt mit dem Wunsch dort an, ihr Leben noch einmal von vorne zu beginnen. Doch schon die Wohnungssuche bringt sie fast zum Verzweifeln, sodass sie letztendlich gezwungen ist, bei dem grimmigen Kaden einzuziehen, der sie eigentlich unter keinen Umständen in seiner Wohnung haben möchte. Für Allie ist der attraktive Mann mit den Tattoos der Inbegriff von Bad Boy und sie tut alles, um im aus dem Weg zu gehen. Sie ist tierisch genervt, zumal Kaden gleich am Anfang ein paar Regeln aufstellt. Neben den Fernsehzeiten ist das auch festgelegt, dass die beiden niemals und unter keinen Umständen etwas miteinander anfangen werden. Diese Regel, die Allie zunächst für die einfachste gehalten hat, wird ihr, während sie Kaden kennenlernt, aber immer schwerer einzuhalten …

In den folgenden Bänden bleibt der Leser in Woodshill, jedoch geht es nicht länger um Allie. Fünf verschiedene Geschichten, fünf verschiedene Mädchen und fünf verschiedene Schicksale. Mal geht es um die Familie, dann spielt die Karriere eine Rolle oder es ist doch das Studium, das an der eigentlich so tollen Universität nicht mehr möglich erscheint.

Mona Kasten hat den Lesern mit ihrer Reihe eine Familie geschenkt! Ganz zu Beginn fiel es mir schwer zu akzeptieren, dass Allies Geschichte nach dem ersten Roman vorbei sein sollte, aber gerade der Wechsel der Protagonisten hat die Geschichte komplett gemacht. Denn so ist es wie nach Hause kommen. Jedes Mal, wenn ich eins der Bücher aufgeschlagen habe, hatte ich wieder das Gefühl, Teil dieser Clique, der Familie zu sein, die dort in Woodshill entstanden ist. Keiner der Charaktere ist hinten runtergefallen, jeder hatte immer irgendeine Rolle und somit musste man sich auch nie von jemandem verabschieden, den man liebgewonnen hatte.

Ich persönlich möchte nicht behaupten, dass ich mich mit den Protagonisten identifizieren konnte, weil ich, zum Glück, nichts von dem erleben musste, mit dem die Charaktere sich auseinandersetzten musste. Dennoch sind das Schicksale, die tausendfach in der Welt auftreten und ich konnte fühlen, wie sehr es ihnen wehgetan hat. Ich konnte mich in sie hineinversetzten und hätte manchmal so einiges dafür gegeben, ihnen zu sagen, dass sie aus ihren Problemen stärker hervorkommen werden als sie reingegangen sind. Und dabei sollte man niemals vergessen, dass es hilft, sich seinen Freunden und der Familie anzuvertrauen … Es hat mir richtig Spaß gemacht, ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein!

Lena

Welche Geschichte hat euch am meisten beeindruckt? Warum? Und wer würde auch gerne nach Woodshill und dort studieren? Schreibt es in die Kommentare! 😊

Someone new (Laura Kneidl; 2019 – LYX)

Someone new (Laura Kneidl; 2019 – LYX)

Micahs Bruder Adrien ist schwul. Ihre Eltern hassen ihn dafür. Seit Monaten hat Micah nichts von ihrem Bruder gehört. Trotzdem sucht sie unermüdlich nach ihm.

Etwa 4 Monate nach dem Verschwinden ihres Bruders ist sie  in ihre erste eigene Wohnung gezogen. Obwohl sie ihre Eltern mit der Entscheidung, nicht nach Yale zu gehen, sondern in ihrer Heimatstadt Mayfield zu studieren, schwer enttäuscht hat, haben sie ihr die Wohnung nicht gemietet, sondern direkt gekauft. Micah ist der festen Überzeugung, dass Adrien Mayfield nicht verlassen hat und möchte deshalb dortbleiben, um weiterhin nach ihm zu suchen. Eigentlich möchte sie auch gar nicht Jura studieren, sondern lieber Kunst. Allerdings traut sie sich nicht, das ihren Eltern zu sagen. 

Kurz nach ihrem Einzug trifft sie auf den Kellner Julian, der bei einer Feier ihrer Eltern geholfen hat und von Micahs Mutter aus dem Catering-Service gefeuert wurde, weil sie ihn mit Micah in der Küche gefunden hat, die ihm aber eigentlich nur Trinkgeld gegeben hat. Ihre Eltern hatten mal wieder nichts vegetarisches bestellt uns so war sie hungrig in die Küche gelaufen, wo Julian seinen Proviant mit ihr geteilt hat. Obwohl es nicht ihre Absicht war, hat sie starke Schuldgefühle gegenüber Julian. Leider will er sich ihre Entschuldigungen gar nicht anhören, sondern zeigt ihr die kalte Schulter. Der fröhliche und offene Kellner der Feier ist verschwunden. Doch dann ergibt sich eine Situation, in der Micah ihm Geld leihen muss. Weil Julian seine Schulden nicht zurückzahlen kann, bietet er an, Micah zum Ausgleich beim Auspacken der Karton und Aufbauen der Möbel zu helfen. Das hat sie in ihrer ersten Woche nämlich geflissentlich ignoriert. In den Stunden gemeinsamer Arbeit lernen die beiden einander besser kennen, doch obwohl Julian ihr längst verziehen hat, will er sie nicht so richtig an sich heranlassen. Denn Julian hat ein Geheimnis. Hat es vielleicht mit der Narbe auf seinem Arm und dem kleinen Mädchen auf dem Foto in seinem Zimmer zu tun?

Ich habe den Roman innerhalb von zwei Tagen durchgelesen, weil er mich so gefesselt hat. Das Buch setzt sich sehr stark mit Themen der LGBTQ+-Community auseinander. Ich fand es erschreckend zu sehen, mit wie viel Hass die Eltern in dem Roman ihren eigenen Kindern begegnen, wenn diese sich in irgendeiner Form outen. Laura Kneidl verdeutlicht damit ein Problem unserer Gesellschaft. Gleichzeitig beschreibt sie sehr verständlich, wie sich die betroffenen Personen dabei fühlen. Ich kann dieses Buch allen empfehlen, auch denen, die sich grundsätzlich nicht so sehr für den Themenbereich interessieren, weil es natürlich auch um andere Themen geht ; )

Majlis

Fandet ihr Micahs Eltern auch so gemein? Habt ihr auch überlegt, was wohl Julians Geheimnis ist? Schreibt es in die Kommentare 🙂