Animant Crumb’s Staubchronik (Lin Rina; 2017 – Drachenmondverlag)

Animant Crumb’s Staubchronik (Lin Rina; 2017 – Drachenmondverlag)

Mr. Reed ist ein junger Bibliothekar, der für seine Strenge bekannt ist, denn in den drei Jahren, in denen er als Bibliothekar tätig war, haben es 25 junge Männer als Bibliothekar-Assistenten bei ihm versucht, aber nur sechs davon sind am zweiten Tag wiedergekommen. Kann eine junge Dame, die noch nie zuvor gearbeitet hat, ihm die Stirn bieten?

1890 – die 19-Jährige Animant Crumb lebt einen halben Tag Kutschfahrt von London entfernt auf dem Land. Ihre Mutter wünscht sich nur eins für sie: einen Ehepartner, doch Animant verbringt ihre Zeit lieber auf dem Dachboden des Herrenhauses in ihrem grünen Lesesessel, anstatt auf Gesellschaften und Bällen. Männer langweilen sie, Bücher interessieren sie. So ist das nun mal.

Doch dann taucht ihr Londoner Onkel auf und auf einmal steht eine Idee im Raum: Animant kann mit ihm nach London kommen und sich als Bibliothekar-Assistentin versuchen. Zuerst reagieren alle etwas skeptisch, aber Animants Neugierde siegt und ihre Mutter lässt sich davon überzeugen, dass sie in London viel mehr Möglichkeiten hat, junge Männer kennenzulernen. 

Als sie in London ankommt, ist Animant überwältigt von der Größe und Magie der Bibliothek und merkt gleichzeitig am ersten Tag: Mr. Reed ist tatsächlich so unfreundlich, wie alle sagen. Am Abend des ersten Tages ist sie so erschöpft, wie noch nie zuvor. Doch gleichzeitig, möchte sie ihrer Mutter, die nicht an sie glaubt, Mr. Reed, der daran zweifelt, dass sie am zweiten Tag wiederkommt und sich selbst beweisen, dass sie es schaffen kann. Bald bekommt sie dabei Unterstützung von ihrer neu gewonnenen Freundin Elisa. Und dann ist da noch Mr. Boyle mit den hellbraunen Honigaugen… Doch kann sie es wirklich schaffen?

Ich habe länger kein Buch gelesen, das in der Vergangenheit spielt, aber dieses hier hat mich einfach begeistert. Romane über Buchfiguren, die Bücher mögen, sind sowieso immer die besten ; ) , aber dieser ist einer der tollen, der es geschafft hat, dass ich trotz längerer Lesepausen schon nach Sekunden wieder komplett in die Geschichte eingetaucht war. Es hat total Spaß gemacht zusammen mit Animant zu versuchen, Mr. Reed die Stirn zu bieten und mit ihr in schönen Kleidern auf Bälle im 19. Jahrhundert zu gehen (auch wenn sie das nicht so gerne mochte). Ich kann das Buch allen Bücherliebhabern empfehlen.

Majlis

Was war euer Eindruck von Mr. Reed? Würdet ihr auch gerne mal auf einen berauschenden Ball in 1890? Schreibt es in die Kommentare! ; )

Dies ist die Lösung für Collage 08.

Die Buchspringer (Mechthild Gläser; 2015 – Loewe Verlag)

Die Buchspringer (Mechthild Gläser; 2015 – Loewe Verlag)

Eigentlich wollte Amys Mutter Alexis nie auf die schottische Insel Stormsay zurückkehren. Eigentlich… Denn nach der Trennung von ihrem Freund flüchten sich Amy und sie genau dort hin.

Auf der Insel wird Amy quasi von neuen Erkenntnissen überrumpelt: Sie ist nicht nur Mitglied der Familie Lennox, sondern kann aufgrund dieses Erbguts in Bücher eintauchen! Allerdings nur innerhalb eines bestimmten Steinkreises auf der Insel. Zudem muss sie Unterrichtsstunden im Buchspringen nehmen, zusammen mit Will und Betsy Macalister, die aus der einzigen anderen Familie stammen, die das Buchspringen beherrscht. Obwohl Betsy ziemlich nervig ist, mag Amy die Unterrichtsstunden. Immerhin hat sie schon immer davon geträumt, in Bücher eintauchen zu können. Außerdem teilen die Drei sich nicht ein Buch, sondern erkunden die Welt der Bücher getrennt voneinander. Amys „Übungsbuch“ ist „Das Dschungelbuch“. Nach kurzer Zeit merkt sie aber, dass sie, auch wenn sie ins Dschungelbuch springt, andere Geschichten besuchen kann. Bald hat sie sich mit Werther (ja, der von Goethe 😉 ) und Shir Khan angefreundet und tourt mit den beiden durch die Bücherwelt, anstatt sich mit ihren Übungsaufgaben im Dschungelbuch zu beschäftigen …

Diese neugewonnenen Freunde braucht sie aber auch: Nachdem Will geheimerweise Sherlock Holmes mit in die „normale Welt“ genommen hat, ist Sherlock nämlich verschwunden und wird ein paar Tage später tot am Strand gefunden. Auf diesen Schock folgt eine Reihe seltsamer Zufälle, bis Amy und Will bemerken, dass die „Ideen“ aus wichtigen Geschichten gestohlen werden, wie zum Beispiel, dass Alice aus dem Wunderland auf das Kaninchen trifft. Gemeinsam versuchen sie, die Ideen zurückzubekommen, weil deren Fehlen die ganze Bücherwelt ins Wanken bringt. Doch wer klaut die Ideen? Und warum? Und was hat es mit dem Weinen eines Kindes auf sich, das nachts aus dem Moor über Stormsay schallt?

Der Roman hat mich total begeistert. Ich habe mir schon immer gewünscht, in Bücher eintauchen zu können (wer nicht?) und so konnte ich mich ziemlich gut in Amy hineinversetzten. Das Buch ist spannender, als ich gedacht hätte und es werden immer mal wieder kleine Hinweise in verschiedene Richtungen gegeben, sodass man sehr gut miträtseln kann und dabei immer wieder in unterschiedliche Richtungen gelenkt wird. Das Ende des Buches hat mich irgendwie überrascht, weil ich es so gar nicht erwartet hätte. Ich kann dieses Buch allen Leseratten empfehlen 😉

Majlis

Wolltet ich auch schon mal in eure Lieblingsbücher eintauchen? Was habt ihr geglaubt, wer hinter dem Ideenraub steckt? Schreibt es in die Kommentare 🙂