Someone new (Laura Kneidl; 2019 – LYX)

Micahs Bruder Adrien ist schwul. Ihre Eltern hassen ihn dafür. Seit Monaten hat Micah nichts von ihrem Bruder gehört. Trotzdem sucht sie unermüdlich nach ihm.

Etwa 4 Monate nach dem Verschwinden ihres Bruders ist sie  in ihre erste eigene Wohnung gezogen. Obwohl sie ihre Eltern mit der Entscheidung, nicht nach Yale zu gehen, sondern in ihrer Heimatstadt Mayfield zu studieren, schwer enttäuscht hat, haben sie ihr die Wohnung nicht gemietet, sondern direkt gekauft. Micah ist der festen Überzeugung, dass Adrien Mayfield nicht verlassen hat und möchte deshalb dortbleiben, um weiterhin nach ihm zu suchen. Eigentlich möchte sie auch gar nicht Jura studieren, sondern lieber Kunst. Allerdings traut sie sich nicht, das ihren Eltern zu sagen. 

Kurz nach ihrem Einzug trifft sie auf den Kellner Julian, der bei einer Feier ihrer Eltern geholfen hat und von Micahs Mutter aus dem Catering-Service gefeuert wurde, weil sie ihn mit Micah in der Küche gefunden hat, die ihm aber eigentlich nur Trinkgeld gegeben hat. Ihre Eltern hatten mal wieder nichts vegetarisches bestellt uns so war sie hungrig in die Küche gelaufen, wo Julian seinen Proviant mit ihr geteilt hat. Obwohl es nicht ihre Absicht war, hat sie starke Schuldgefühle gegenüber Julian. Leider will er sich ihre Entschuldigungen gar nicht anhören, sondern zeigt ihr die kalte Schulter. Der fröhliche und offene Kellner der Feier ist verschwunden. Doch dann ergibt sich eine Situation, in der Micah ihm Geld leihen muss. Weil Julian seine Schulden nicht zurückzahlen kann, bietet er an, Micah zum Ausgleich beim Auspacken der Karton und Aufbauen der Möbel zu helfen. Das hat sie in ihrer ersten Woche nämlich geflissentlich ignoriert. In den Stunden gemeinsamer Arbeit lernen die beiden einander besser kennen, doch obwohl Julian ihr längst verziehen hat, will er sie nicht so richtig an sich heranlassen. Denn Julian hat ein Geheimnis. Hat es vielleicht mit der Narbe auf seinem Arm und dem kleinen Mädchen auf dem Foto in seinem Zimmer zu tun?

Ich habe den Roman innerhalb von zwei Tagen durchgelesen, weil er mich so gefesselt hat. Das Buch setzt sich sehr stark mit Themen der LGBTQ+-Community auseinander. Ich fand es erschreckend zu sehen, mit wie viel Hass die Eltern in dem Roman ihren eigenen Kindern begegnen, wenn diese sich in irgendeiner Form outen. Laura Kneidl verdeutlicht damit ein Problem unserer Gesellschaft. Gleichzeitig beschreibt sie sehr verständlich, wie sich die betroffenen Personen dabei fühlen. Ich kann dieses Buch allen empfehlen, auch denen, die sich grundsätzlich nicht so sehr für den Themenbereich interessieren, weil es natürlich auch um andere Themen geht ; )

Majlis

Fandet ihr Micahs Eltern auch so gemein? Habt ihr auch überlegt, was wohl Julians Geheimnis ist? Schreibt es in die Kommentare 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.