PS Ich mag dich! (Kasie West; 2016 – Carlsen)

Lilys Leben ist ziemlich chaotisch: Mit ihrer verrückten Familie, einer besten Freundin, die sie andauernd verkuppeln möchte, deren nervigem Ex-Freund und dem süßen Lucas bringen eigentlich nur zwei Dinge Ruhe in ihren Alltag. Das eine ist Musik. Gitarre spielen und unfertige Songtexte schreiben. Das andere ist ihr mysteriöser Brieffreund …

Chemie – das langweiligste Fach der Welt. Bisher hat Lily das nur mit der Ablenkung durch ihr Notizbuch überlebt. Dieses wurde jetzt allerdings von ihrem Lehrer aus dem Unterricht verbannt. Aus lauter Langeweile kritzelt sie eine Zeile ihrer Lieblingsband „Blackout“, die außer ihr niemand zu kennen scheint, auf den Tisch. Um so überraschter ist sie, als am nächsten Tag jemand die nächste Zeile daruntergeschrieben hat. Gibt es etwa jemanden, der den gleichen außergewöhnlichen Musikgeschmack hat, wie sie? 

Aus diesen zwei Zeilen entsteht eine Brieffreundschaft, die die beiden in Chemie bei Laune hält. Und nicht nur das. Offenbar tut es beiden gut, mal ganz anonym über ihr Leben zu schreiben und so jemanden zum Reden zu haben. Sie offenbaren sich Dinge, die sonst keiner weiß. Doch nach einer Zeit fängt Lily an sich zu fragen, wer schreibt ihr? Wer auch immer es ist, die beiden müssen Seelenverwandte sein. Doch wird ihre Freundschaft zerstört, wenn sie sich einander offenbaren?

Briefe zu schreiben ist so etwas Tolles. Gerade jetzt in der Corona Zeit kann es ganz schön sein, einander, wenn man sich schon nicht sehen kann, einen richtigen Brief zu schreiben. Dank einer Freundin konnte ich das selber erfahren und bin sehr froh, jetzt mehr Kontakt zu ihr zu haben. Auch Kasie West schafft es sehr toll, Lilys Begeisterung über die Briefe widerzuspiegeln: das einfach Drauflosschreiben, das Warten auf die Antwort und die Vorfreude beim Öffnen des Briefes. All das macht das Schreiben von Briefen so schön (vom Inhalt mal abgesehen). Zudem konnte ich mich durch Kasie Wests Schreibstil sehr gut in Lily hineinversetzten und habe mich mit ihr zusammen in den humorvollen, aber auch verständnisvollen Briefeschreiber verliebt. Auch die vielen Songtexte haben mich sehr begeistert. Ein toller Roman, der eine wunderschöne Liebesgeschichte erzählt, ohne dabei kitschig zu sein. Er ist sehr empfehlenswert und motiviert ja vielleicht den einen oder anderen, auch mal wieder einen Brief zu schreiben.

Majlis 

Haben euch die Songtexte auch so gut gefallen? Wen habt ihr verdächtigt, der Briefschreiber zu sein? Schreibt es in die Kommentare! 🙂

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