Project Jane – Ein Wort verändert die Welt (Lynette Noni, 2019 – Oetinger-Verlag)

Jane Doe, JD, Subjekt-Sechs-Acht-Vier, Chip – oder doch ganz anders? Wie ist der Name des Mädchens, das seit zweieinhalb Jahren kein Wort gesprochen hat und ein Buch mit sieben Siegeln ist?

Jane, so nenne ich sie jetzt mal der Einfachheit halber, da keiner ihren echten Namen kennt, befindet sich seit zweieinhalb Jahren in Lengard, einer geheimen Regierungseinrichtung für besondere Menschen, nachdem sie sich selber in der Psychiatrie einweisen lies. Seit sie dort angekommen ist, lässt sie jeden Tag den gleichen Ablauf über sich ergehen, wobei sie stehts von Wächtern kontrolliert wird. Morgens hat sie ihre Sitzungen bei Professor Manning, einem Psychologen. Anschließend treibt sie Sport mit Enzo, um danach bei Vanik, der nicht davor zurückschreckt, seine Patienten zu quälen, um an seine Informationen zu gelangen, ein- und auszugehen. Sofern sie danach noch bei Bewusstsein ist (welche Information ist so wichtig, dass man seine Patienten regelmäßig kaputt macht???), besucht sie weitere Gespräche mit Gutachtern, wobei Gespräche relativ ist, da sie schlicht und einfach nicht redet.

Man könnte sich fragen, warum sie diesen immer gleichen Ablauf seit zweieinhalb Jahren über sich ergehen lässt – Tja, sie macht das nicht freiwillig, will aber auch um keinen Preis irgendwelche Informationen von sich preisgeben. Als die Leiter des „Programms“ befürchten, an ihr zu scheitern, bekommt sie einen neuen Therapiepartner – Ward. Aber auch ihm kann Jane sich nicht öffnen – und wer ist er und was für ein Spiel spielt er überhaupt?  

Aus welchem Grund sie so verschlossen und stur ist, bleibt lange ein Geheimnis, da Jane sich jegliche Gedanken an ihre Vergangenheit verbietet. Außerdem – weiß sie überhaupt selbst, was mit ihr los ist? Und wem soll sie am Ende überhaupt glauben, wo doch jeder etwas anderes sagt?

Lynette Noni hat in ihrem Roman eine ganz neue Spezies von Menschen erschaffen, die in der uns bekannten Welt lebt. Die Geschichte wird von der Protagonistin Jane Doe erzählt, jedoch führt das in diesem Fall nicht dazu, dass man sie sofort sehr gut kennenlernt. Denn was mich so gefesselt hat ist genau der Punkt, dass Jane nichts von sich preisgibt. Wer sie ist, wo sie herkommt, warum sie in die Psychiatrie wollte und nicht einmal ihren Namen kennt der Leser. Aber genau das verleiht dem Roman die Spannung und als Leser konnte ich mich in die Gefühle der verschiedenen Figuren hineinversetzen, da ich gefühlt habe, was Jane fühlte, jedoch wusste ich auch nur das, was all die anderen über sie wussten, wodurch ich den Nebenfiguren näher kam.

Mir hat der Roman super gefallen und ich kann ihn allen Lesern empfehlen, die gerne in fiktive Welten eintauchen und versuchen, andere Systeme zu verstehen bzw. ihre Geheimnisse aufzudecken. Vielleicht gibt es jemanden, der „Silber“ oder „Die Bücher der Erinnerung“ gelesen hat? Dann ist „Project Jane“ auch etwas für dich!!

Lena

Könnt ihr nachvollziehen, dass Jane so lange stumm bleibt und all die Torturen über sich ergehen lässt? Und was denkt ihr von Ward Verhalten Jane gegenüber? Schreibt es in die Kommentare! 😊

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