Nur noch ein einziges Mal (Colleen Hoover – 2017 – dtv-Verlagsgesellschaft)

„Was würdest du tun, Ryle, […] wenn dein kleines Mädchen eines Tages zu dir kommen und sagen würde: Daddy, mein Freund hat mich geschlagen? […] Er hat mich die Treppe runtergestoßen. […] Mein Mann hat versucht mich zu vergewaltigen. […] Aber er schwört, dass er es nie wieder tun wird.“ (Lily in „Nur noch ein einziges Mal“)

Lily Blooms ist Anfang zwanzig und wohnt seit einiger Zeit allein in Boston. Dort hat sie das Gefühl, dass sich ein Traum für sie verwirklicht. Eine neue tolle Stadt, ihr erster Job und dann ist da auch noch Ryle, ein gutaussehender Neurochirurg der sich Hals über Kopf in sie verliebt hat. In Boston verwirklicht Lily auch endlich ihren Traum seit Kindheitstagen und eröffnet ihren eigenen Blumenladen – ‚Lily Blooms Flower Shop‘. Durch einen glücklichen Zufall lernt sie dort Allysa kennen die sich entgegen Lilys Erwartungen nicht als Modepüppchen herausstellt, sondern ihre beste Angestellte und Freundin wird.

Aber so richtig bedingungslos glücklich ist Lily nicht, denn ihre Vergangenheit wühlt sie auf. An dem Abend, als sie Ryle zum ersten Mal begegnet kommt sie gerade von der Beerdigung ihres Vaters, für den sie allerdings nichts als Verachtung empfand, da er häusliche Gewalt ihrer Mutter gegenüber angewandt hat. Außerdem denkt sie über Atlas, ihre erste große Liebe, nach. Atlas hat sie mit 15 kennengelernt, als er mehr als hilfsbedürftig war …

Eines Tages in Boston trifft sie ihn nach neun Jahren wieder. Aber sie ist mit Ryle zusammen. Und sie liebt ihn. Aber auf einmal zeigt Ryle sich von einer ganz anderen Seite, die Lily niemals bei ihm erwartet hätte …

In diesem ganzen Gefühlschaos bräuchte Lily mehr denn je jemanden zum Reden. Aber mit Allysa kann sie nicht darüber sprechen, da stehen ihnen Beziehungen im Weg … und auch ihre Mutter sieht sie zunächst nicht als ihre beste Beraterin.

Wow, ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich länger gebraucht habe als sonst, um in die Geschichte zu finden. Aber ab einem gewissen Punkt konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen und war so betroffen von der Geschichte, wie es mir nicht häufig passiert. Mit diesem Roman spricht Colleen Hoover ein Thema an, welches in unserer Gesellschaft häufig verdeckt wird: die häusliche Gewalt. Und es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich jetzt so darüber denke wie vor dem Buch, denn wie Lily musste ich meine Meinung revidieren. Ich glaube ich verstehe, warum es so schwer ist, eine Person, die du liebst, zu verlassen, auch wenn sie dir das Schlimmste antut. Und ich habe gelernt, wie wichtig es ist, tolle Freunde zu haben, so wie Lily es für Atlas und Allysa es für Lily war …

Ich kann diesem Roman alles kitsch-liebenden Lesern empfehlen, aber auch allen, die gerne etwas ernstere Geschichten lesen, denn es ist ein wirklich wichtiges und zum Nachdenken anregendes Thema.

Lena

Hättest du Atlas geholfen, wenn du in Lilys Situation gewesen wärst? Und wie hättest du dich Ryle gegenüber verhalten, nachdem du ihn wirklich kennengelernt hast? Wie denkst du über häusliche Gewalt? Schreibt es in die Kommentare! 😊

Weitere Rezensionen zu Colleen Hoover: Maybe Someday (Colleen Hoover; 2016, Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München), Weil Ich Layken Liebe (Colleen Hoover; 2012 – dtv)

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