Drei Schritte zu dir (Rachael Lippincott, Tobias Iaconis, Mikki Daughtry; 2018 – dtv)

Masken, Abstand, Desinfektionsmittel – obwohl dies momentan alles zu unserem eigenen Schutz dient, sind die meisten von uns davon genervt. Jetzt stellt euch mal vor, das wäre euer ganzes Leben lang so. wie bei der 17-jährigen Mukoviszidose-Patientin Stella.

Mukoviszidose ist eine autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung. Wer jetzt nur Bahnhof versteht – kein Problem, hab ich am Anfang auch nur ; ) Grundsätzlich bildet sich zum einen Schleim in der Lunge, der den Patienten das Atmen erschwert, und zum andern wird auch grundsätzlich das Immunsystem geschwächt, sodass jede Art von Krankheit sehr gefährlich für die Patienten sein kann.

Stellas Lungenfunktion liegt aktuell bei 35%. Als erneut ein vierwöchiger Krankenhausaufenthalt ansteht, der sie auch ihre Abschlussfahrt kostet, lernt sie den neuen Patienten Will kennen. Will hat allerdings nicht nur Mukoviszidose, sondern zudem ein gefährliches Bakterium, das ihm alle Hoffnungen auf eine Spenderlunge zunichte macht. Deshalb müssen die beiden 2m oder auch vier Schritte Abstand voneinander halten. Doch Will ist fasziniert von der willensstarken Stella und Stella ist entschlossen, Strukturen in Wills Alltag zu bringen und ihn daran zu hindern, ständig seine Medikamente zu vergessen. So vergrößert sich die Anziehung zwischen den beiden immer mehr, bis Stella schließlich einen entscheidenden Schritt wagt. Einen einzigen der vier Schritte klaut sie zurück, sodass sich die beiden mithilfe eines Billardqueues auf drei Schritte Abstand einigen. Doch auch der verkleinerte Abstand wird immer schwerer zu ertragen. Bald muss Stella sich entscheiden: Will oder eine neue Lunge?

Der Roman hat mich sehr berührt! Die drei Autoren haben es mithilfe wechselnder Perspektiven geschafft, sowohl Stellas als auch Wills Ängste, aber auch Träume darzustellen. Es ist sehr beeindruckend, den Krankenhausalltag der beiden mitzuerleben. Obwohl es zwischendrin sehr traurig wird, ist der Roman nicht deprimierend, sondern eher motivierend, die Hoffnung nicht aufzugeben und genau das macht diese Geschichte so unglaublich schön. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen uns die Corona-Regeln nerven, ist es gut, mal eine andere Perspektive einzunehmen. Ich kann das Buch allen empfehlen, denen beispielsweise „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green gefallen hat, aber auch allen anderen, die es gerne mal emotional mögen. 

Majlis

Wie hättet ihr euch an Stellas Stelle entschieden? Wie fandet ihr das Ende? Schreibt es in die Kommentare 🙂

Die ist die Lösung zu Collage 06.

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