Die Känguru Chroniken (Marc-Uwe Kling; 2009 – Ullstein Buchverlage)

Das Känguru ist vor kurzem bei mir eingezogen. Es hat einfach sein ganzes Zeug rübergeschafft und danach gesagt: „Is okay, oder?“ Ich habe nichts gesagt. Es ist ja sowieso immer hier. „Is näher zum Kühlschrank“, hat es noch hinzugefügt.“ – Die Känguru Chroniken

Als das kommunistische Känguru bei dem „Kleinkünstler“ (er hasst es, wenn man ihn so nennt, deshalb tut es das Känguru besonders oft) Marc-Uwe Kling einzieht, stellt es dessen ganzes Leben auf den Kopf. Dies frustriert und verblüfft ihn natürlich am Anfang, aber mit der Zeit lernt er das vorlaute Känguru zu schätzten. Die beiden erleben jede Menge lustige, verwirrende und unvorhersehbare Dinge. Wie zum Beispiel (mal mehr und mal weniger) tiefsinnige Gespräche in Hertas Eckkneipe und Hunde-Weit-Kicken im Park.

Das Buch erzählt kapitelweise Kurzgeschichten, die szenenartig Ausschnitte aus dem Leben von Marc-Uwe und dem Känguru darstellen. Auch wenn sie zuerst nicht zusammenhängend erscheinen, sind sie chronologisch angeordnet. So werden beispielsweise Insider, die aus früheren Kapiteln stammen, später wieder aufgegriffen. Man kann das Buch auch durcheinander lesen, aber es ist lustiger, es chronologisch anzugehen.

Grundsätzlich ist das Buch – oder besser gesagt die vierbändige Buchreihe – die lustigste, die ich je gelesen habe. Trotzdem schafft Marc-Uwe Kling es, dabei wichtige politische Themen mit einfließen zu lassen. Manche Kapitel sind in so nüchternem Tonfall geschrieben oder inhaltlich so absurd, dass sie schon wieder lustig sind. Das Känguru ist einfach ein grandioser Charakter. Dass das Buch wie eine Autobiografie geschrieben ist und auch von Marc-Uwes Alltag als Autor, Sänger und Kleinkünstler ( 😉 ) erzählt, macht das Ganze nochmal witziger.

Ich kann dieses Buch wirklich jedem (!) empfehlen, denn es ist einfach ein Buch, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Zudem möchte ich auf die Hörbücher aufmerksam machen, die von Marc-Uwe Kling selbst eingelesen wurde und die ganzen Bücher (falls das überhaupt noch geht) nochmal lustiger machen. Seit März 2020 gibt es auch einen Kinofilm, der zwar die Charaktere aus den Büchern aufgreift, aber eine eigene Handlung hat, sodass man ihn auch ohne die Bücher gelesen zu haben versteht, er aber natürlich noch lustiger zu gucken ist, wenn man die Bücher kennt. Auch gibt es vier Spiele zu den Büchern, die auf den Insidern und Charakteren der Bücher basieren und somit macht es nach dem Lesen sehr viel Spaß, sie zu spielen. 

Majlis

Welches ist euer Lieblingskapitel? Habt ihr schon eins der Spiele ausprobiert? Schreibt es in die Kommentare 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.