Die Himmelskugel (Olli Jalonen; 2021 – mare)

1679 – Angus ist acht Jahre alt. Er lebt mit seiner Mutter, seiner Schwester, seinem Bruder und seinem Neffen auf der englischen Kolonialinsel St. Helena. Seit sie vor einem Jahr Besuch von dem Londoner Sternenforscher Edmond Halley hatten, übernimmt Angus Vogelzählungen und Sternbeobachtungen. Sein Traum ist es, noch mehr von Edmond Halley zu lernen. Vorerst fängt er damit an, dass er sich vom Pastor das Lesen und Schreiben beibringen lässt. 

So unbeschwert das Leben dort auch scheinen mag – seitdem ein neuer Gouverneur die Kontrolle über die Insel hat, ist die Stimmung nicht mehr dieselbe. Korruption und Erpressung versetzten die Inselbewohner in Aufruhe. Über die Jahre bilden sich Widerstandsgruppen, aber auch unter den Inselbewohnern gibt es immer mehr Streitereien. Angus und seine Familie ziehen von der Hochebene hinunter ins Tal zum Pastor, weil es dort sicherer ist. In diesen schwierigen Zeiten wird der Pastor eine wichtige Vaterfigur für Angus.

1684 – Angus ist zwölf Jahre alt. Immer mehr Inselbewohner rebellieren gegen die Unterdrückung durch den Gouverneurs. Doch sie können kaum etwas ausrichten. So beschließen der Pastor und Angus‘ Mutter, den Jungen mit einem geheimen Brief auf ein Boot zu schmuggeln. Selbst die Briefe werden jetzt geöffnet, deshalb soll Angus persönlich eine Nachricht an Edmond Halley überbringen. Dieser wiederum soll helfen, St. Helena von dem Gouverneur zu befreien. Aber die Aktion ist riskant. Wird Angus es jemals schaffen, London zu erreichen und Edmond Halley zu finden?

Edmond Halley und seine Faszination für den Sternenhimmel hat es übrigens wirklich gegeben. Er hat Mathematik und Astronomie in Oxford studiert. Als er 1677 nach St. Helena reiste, konnte er als erster Astronom einen vollständigen Merkurtransit beobachten. Später entdeckte er als erster den nach ihm benannten Halleyschen Kometen. Nachdem man das Buch gelesen hat, kann man sich sehr gut vorstellen, wie Edmond Halley auf diese Entdeckungen reagiert hat. Olli Halonen hat seinen Charakter sehr eindrücklich beschrieben. So werden in diesem Roman Fiktion und historische Fakten miteinander vermischt.

Der Roman ist aus der Perspektive des neugierigen und wissbegierigen Angus geschrieben. Er hinterfragt vieles und erklärt sich Dinge, die er nicht versteht, auf seine Weise. Der Roman ist sehr ausführlich und detailliert geschrieben, sodass man die Stimmung und Gefühle der Inselbewohner besser nachvollziehen kann. Ich fand es streckenweise etwas langatmig, das liegt aber daran, dass ich gerne weniger detailliert lese. Ich kann diesen sehr interessanten Roman allen empfehlen, die gerne mal ins 17. Jahrhundert eintauchen würden.

Majlis

Konntet ihr Angus Denkweise gut nachvollziehen? Welche Bräuche der damaligen Zeit waren neu für euch? 

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