Die Bilder der Frauen (Natasha Lester, 2020 – Aufbau Verlag GmbH)

Stellt euch vor, euch wird von eurem Freund und Lebenspartner euer ganzer Lebensinhalt genommen und eure einzige Chance, einen Neuanfang zu starten, ist in den Krieg zu ziehen – als Frau wohlgemerkt …

1942, Frankreich. Das ist die Geschichte von Jessica May, die jahrelang in New York als Model arbeitete. Doch als ihr Freund ihre Fotos gegen ihren Willen an eine Zeitung mit schlechterem Ruf verkauft, wird sie nicht länger als Model für die Vogue akzeptiert. Durch einige Zufälle kommt es dazu, dass sie die Möglichkeit bekommt, als Fotoreporterin nach Europa in den zweiten Weltkrieg zu ziehen.

Dort angekommen muss sie allerdings erfahren, dass eine Frau keinen Platz an der Front hat und es dauert lange, bis sie mit Hilfe von der Journalistin Martha Gellhorn und dem Offizier Dan Hallworth Zugang zur Front und somit zu den bedeutenden Geschichten hat. Zwischen all den prägenden Eindrücken, die Jess in Europa bekommt, verliebt sie sich in den Offizier Hallworth. Zudem gibt es ein kleines Waisenmädchen, Victorine, welches irgendwie an Dan gebunden ist, aber definitiv nicht mitten in den Krieg gehört … Doch dann passieren Dinge, durch die Jess und Dan getrennt werden – kann ihre Liebe eine zweite Chance bekommen?

2004, wieder in Frankreich. Die Australierin D’Arcy Hallworth ist in Frankreich um als Arthandlerin einige Kriegsfotografien des Photographers in eine australische Ausstellung zu bringen. Der Photographer ist ein Künstler – oder eine Künstlerin? Jedenfalls geht es um eine Sammlung einzigartiger Kriegsfotografien, bei denen D’Arcy schon bald verblüffende Ähnlichkeiten zu ihrer Mutter feststellt. Doch was könnten diese Bilder mit ihrer Mutter zu tun haben? Zusammen mit Josh versucht sie nicht nur dieses Geheimnis zu lösen, denn bei der Arbeit müssen sie sich auch noch ihren Gefühlen füreinander stellen …

Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich war zutiefst beeindruckt von der Intensität mit der Natasha Lester all die Bilder beschrieben hat. Und damit meine ich nicht nur die Fotografien, vor denen D’Arcy steht, sondern auch die Bilder, die Jess sieht. Vor nichts bleibt sie verschont und nicht nur einmal musste ich das Buch weglegen, um durchzuatmen und zu realisieren, was für Grausamkeiten ich da lese. Aber ich bin beeindruckt! Der Roman ist informativ, fesselnd, spannend, lustig (denn die besten Menschen sind doch die, die immer einen Funken Lebensfreude in sich haben) und hoch emotional. In meinen Augen sind die Geschichten von Jess und D’Arcy ideal miteinander verknüpft und sie laufen Hand in Hand.

Ich empfehle diesen Roman allen Lesern, die zum Beispiel Leas Spuren und Eine Nacht im November gelesen haben. Grundsätzlich hat dieses Buch eine Geschichte, die alle die ansprechen wird, die sich für den Krieg, die Kunst und / oder die Liebe interessieren.

Lena

Wann konntet ihr euch denken, wie die Geschichte von Victorine weitergegangen ist? Und hättet ihr gedacht, dass Dan Hallworth nochmal auftaucht und die Geschichte dann so ein Ende findet? Schreibt es in die Kommentare! 😊

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